Britische Apple-Nutzer klagen gegen Google-Tracking

In Großbritannien haben Apple-Nutzer eine Klage gegen Google eingereicht, weil das Unternehmen Privatsphäre-Einstellungen im Browser Safari umgangen hatte. Sie bezieht sich auf das im vergangenen Jahr viel diskutierte “Safari-Tracking”, dessentwegen die FTC Google zu einem Bußgeld in Höhe von 22,5 Millionen Dollar verurteilte.

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Die britische Anwendergruppe nennt sich “Safari Users Against Google’s Secret Tracking”. Von ihr beauftragte Anwälte reichten die Klage bewusst am Vortag des alljährlichen Data Privacy Day (Datenschutztags) ein. Demnach hat Google ihr Vertrauen und ihre Privatsphäre verletzt; sie fordern Schadenersatz, vollständige Offenlegung der Vorgänge und eine Entschuldigung.

Ihr Anwalt Dan Tench von der Kanzlei Olswang sagte: “Google hat gegenüber den Verbrauchern eine Verantwortung und ist für ihr Vertrauen rechenschaftspflichtig. Wir hoffen, dass es diese Gelegenheit nutzen wird, um Safari-Nutzern eine vernünftige Erklärung zu geben, sich zu entschuldigen und, soweit angemessen, die Opfer seines Eindringens zu entschädigen.”

Google hatte auf Computern und Mobilgeräten ohne Genehmigung durch die Anwender Cookies gesetzt, obwohl die Sicherheitseinstellungen im Browser ein solches Tracking des Nutzerverhaltens eigentlich untersagten. So konnte Googles Anzeigennetz Doubleclick gezielte Werbung ausliefern.

Google hat dieses Verhalten in vergangenen Jahr eingeräumt: Man habe eine zeitweilige Verbindung zwischen den Safari-Browsern und den eigenen Servern etabliert. Betroffen waren Safari-Nutzer unter iOS, Mac OS und auch Windows. Safari blockiert im Gegensatz zu anderen verbreiteten Browsern standardmäßig die Cookies von Drittanbietern. Google setzt seine Umgehung dieses Schutzmechanismus inzwischen nicht mehr ein.

Indem Google die FTC-Strafe umgehend akzeptierte, konnte es in den USA eine vollständige Untersuchung durch Bundesbehörden abwenden. Es hat nämlich möglicherweise gegen Auflagen einer früheren Vereinbarung wegen seines Dienstes Buzz verstoßen. Einen Missbrauch musste es infolge der Einigung mit der FTC nicht einräumen – einer der Hauptkritikpunkte von Datenschützern.

[mit Material von Zack Whittaker, News.com]

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