EU-Gesetzentwurf: Internetfirmen müssen Datenverluste melden

Die Europäische Union arbeitet an einem Gesetzentwurf, der Technologieunternehmen mit Zugang zu Nutzerdaten dazu verpflichten würde, jegliche Sicherheitsverletzungen und Datenverluste einer nationalen Cybersecurity-Behörde zu melden. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf Neelie Kroes, Vizepräsidentin der EU-Kommission und für die digitale Agenda zuständig.

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Ziel ist es demnach, Firmen wie Facebook, Google oder Microsoft für Datenschutz- und Sicherheitsprobleme zur Verantwortung ziehen zu können, sagte Kroes. Unter die Meldepflicht sollen neben Sozialen Netzwerken auch große Online-Plattformen und E-Commerce-Anbieter fallen. Sollte das Gesetz verabschiedet werden, müsste jeder der 27 Mitgliedstaaten eine lokale Behörde für Cybersicherheit einrichten und Sicherheitsstandards für Online-Netzwerke aufstellen.

Einem TechWeekEurope vorliegenden Dokument zufolge sollen zudem die Möglichkeiten verbessert werden, auf entsprechende Vorfälle zu reagieren. Außerdem will die EU mit der Offenlegung die Transparenz steigern. Sicherheitsverletzungen müssten auch dann gemeldet werden, wenn keine Kundendaten kompromittiert wurden. Damit wären auch Betrugsversuche, Denial-of-Service-Angriffe und Störfälle nach Naturkatastrophen meldepflichtig.

In den meisten Bundesstaaten der USA gibt es bereits derartige Auflagen. Sie gelten für Datenverluste, von denen mehr als 500 Kunden betroffen sind. Eine landesweite Regelung ist jedoch nicht vorhanden.

Der Gesetzentwurf ergänzt die Bemühungen der EU, die europäischen Datenschutzstandards zu aktualisieren. Eine weitere Initiative sieht vor, dass Internetfirmen wie Facebook und Google künftig zusätzliche Genehmigungen von ihren Nutzern einholen sollen, bevor sie deren Daten verarbeiten oder gar an Dritte weitergeben dürfen. Allerdings sind die Änderungen in der Politik und der Industrie umstritten.

[mit Material von Donna Tam, News.com]

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