EU-Kommission: Die US-Entscheidung zum Google-Kartell spielt für uns keine Rolle

Die EU-Kommission hat der Nachrichtenagentur Reuters mitgeteilt, dass die Entscheidung der US-Handelsaufsicht FTC im Fall Google keine Auswirkungen auf ihre eigene Untersuchung haben wird. Wettbewerbshüter auf beiden Seiten untersuchen seit vielen Monaten, ob Google – insbesondere im Suchbereich – seine Vormachtstellung missbraucht, um Konkurrenten in anderen Segmenten aus dem Markt zu drängen.

EU-Kommission

“Wir haben die FTC-Entscheidung natürlich zur Kenntnis genommen, aber wir können nicht erkennen, dass sie irgendwelche direkten Folgen haben sollte für unsere Nachforschungen zu und Gespräche mit Google, die noch laufen”, zitiert die Presseagentur Kommissionssprecher Michael Jennings.

Einer gestern veröffentlichten Vereinbarung zufolge muss Google seine Suche geringfügig anpassen, um die Bedenken der US-Handelsbehörde FTC auszuräumen. Darüber hinaus wird das Unternehmen seinen Mitbewerbern einen fairen Zugang zu standardrelevanten Patenten gewähren. Eine Geldstrafe wurde nicht verhängt.

Einige Beschwerdeführer glauben nun, dass Google zu leicht davongekommen ist – darunter mutmaßlich Microsoft, das kürzlich noch der FTC und der EU-Kommission mitgeteilt hatte, dass Google eine vernünftige Youtube-App für Windows Phone verhindert.

Der Hauptvorwurf ist aber, dass Google eigene Angebote in seinen Suchergebnissen vor denen von Konkurrenten aufführt – etwa im Reisesektor. Bedenken der EU in dieser Hinsicht wird Google diesen Monat bei Treffen zu zerstreuen versuchen. Die Kommission untersucht das mögliche Google-Kartell seit zwei Jahren. Dem Konzern drohen bis zu zehn Prozent seines Umsatzes oder rund drei Milliarden Euro Strafe.

[mit Material von Roger Cheng, News.com]

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Neueste Kommentare 

4 Kommentare zu EU-Kommission: Die US-Entscheidung zum Google-Kartell spielt für uns keine Rolle

  • Am 6. Januar 2013 um 10:45 von gerhard

    Na Klar, die EU will wieder Kassieren ,am leichtesten geht es ja noch bei einem fairen Unternehmen wie Google. Das Mafia Unternehmen wie Microsoft und Apple alles tun , um Google zu schaden , ist egal. Aber die marode EU will Geld sehen ,die eigenen Bürger sind schon ausgeraubt , daher versucht man bei Google und Samsung zu kassieren.

    • Am 6. Januar 2013 um 15:36 von Otternase

      Google und fair? Ich lach mich tot. Au weia. Entweder war der vorherige Beitrag extrem sarkastisch … Oder der Kommentator hat nur wenig Ahnung von dem, was Google ist.

      Google ist ein knallhartes kommerzielles Unternehmen, dessen Geschäftsmodell darin besteht, die Bequemlichkeit seiner Kunden auszunutzen, sich deren Daten zu erschwindeln, und die Daten in Geld umwandelt.

      Gutes Beispiel: Instagram. Kaum zu Google gehörig, geht der Diebstahl schon los. Dagegen war Microsoft ein Unschuldslamm und Apple verdient sein Geld durch Hardware, und nicht durch des Anwenders persönliche Daten.

      Google und fair. Darüber werde ich morgen noch köstlich lachen!

      • Am 7. Januar 2013 um 20:01 von Jad

        Ich stimme der Google-Kritik ja zu, aber wenn man anderen Uninformiertheit vorwirft, sollte man wissen, das Instagram von Facebook und nicht von Google gekauft wurde.

    • Am 6. Januar 2013 um 15:43 von Johannes

      Google als heiliger Samariter, und fair?

      Schauen Sie mal hier: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Google-klemmt-Windows-Phone-8-Nutzer-vorerst-von-Maps-ab-1777894.html

      Klingt nicht nach G
      Fairness: hoffe, dass die EU ordentlich draufhaut und Google eine empfindliche Strafe aufbrummt.

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