Marktanteile 2012: Windows verliert, Android gewinnt

Immer mehr Menschen rufen Angebote im Internet mit mobilen Geräten ab. Im Bereich Tablets und Smartphones geben Android und iOS den Ton an. Deren Wachstum geht zu Lasten von Windows, das im Jahr 2012 erstmals nennenswerte Verluste hinnehmen muss.

2012 ist das Jahr des Umschwungs. Zumindest, wenn man sich die Seitenabruf-Statistiken der NetMediaEurope-Websites ZDNet, silicon, ITespresso, Gizmodo und CNET betrachtet. Zwei klare Trends sind dabei zu erkennen: Zum einen verwenden immer mehr Anwender Mobilgeräte, zum anderen sinkt der Windows-Anteil am Seitenabruf. Der Verlust ist zwar nicht ganz so dramatisch, wie eine Studie von Goldman Sachs und IDC nahelegt, die für Windows nur noch einen Anteil von 20 Prozent ermittelt haben, doch immerhin ist der Rückgang bemerkenswert. Natürlich sind die Seitenabrufzahlen von fünf Technologie-Sites nicht repräsentativ. Interessant sind sie dennoch, da technisch affine Websites oft Trends zeigen, die sich später auch im Gesamtmarkt niederschlagen.

Seitenabrufe ZDNet.de: Der Zugriff von Mobilgeräten nimmt erheblich zu.

Während zu Beginn des Jahres der Anteil von Windows beim Seitenabruf von ZDNet.de noch bei über 70 Prozent lag, beträgt er gegen Jahresende nur noch gut 45 Prozent. Der große Einbruch zu Jahresmitte lässt sich dadurch erklären, dass das Download-Angebot, bei dem Windows auf einen Anteil von 87 Prozent kommt, auf eine eigene Domain ausgelagert wurde. Anderseits steigt ab Juli der Anteil von Android-basierten Geräten spürbar an, was nicht nur daran liegt, dass die Plattform immer beliebter wird, sondern auch dadurch begünstigt wird, dass ZDNet.de mit über 350.000 Abonnenten im deutschsprachigen Raum zu einem der populärsten Angebote von Google Currents gehört.

Gegen Jahresende sorgt Android für 28,42 Prozent aller Seitenabrufe, während iOS nur noch 8,1 Prozent erreicht. Mac OS kommt auf 15,46 Prozent, Linux auf knapp 2 Prozent und Windows Phone auf mickrige 0,25 Prozent. Der relativ hohe Anteil von Mac OS beim Seitenabruf ist darauf zurückzuführen, dass ZDNet.de als Lesezeichen auf jedem Mac installiert war. Mit Mountain Lion ist das leider nicht mehr der Fall. Dementsprechend geht seit Juli der Anteil von Mac OS zurück.

Seitenabrufe ZDNet.de: Windows verliert, Android gewinnt

Während Windows bei den Seitenabrufen von ZDNet.de nur noch einen Anteil von 45 Prozent erreicht, kann sich das Microsoft-Betriebssystem bei den anderen NetMediaEurope-Sites etwas besser behaupten. Dennoch hat Windows auf allen Sites Verluste hinnehmen müssen. Bei silicon waren es im Januar noch 84 Prozent, wovon im Dezember noch knapp 67 Prozent übrig geblieben sind. Ähnlich sieht es bei CNET und ITespresso aus, wo der Windows-Anteil ebenfalls von 80 auf knapp 68 Prozent gefallen ist. Eine Ausnahme stellt die Consumer-Site Gizmodo dar. Hier lag der Windows-Anteil bereits Anfang 2012 bei nur 65 Prozent. Gegen Jahresmitte fiel er unter die Marke von 50 Prozent, während gegen Jahresende wieder ein Anstieg zu verzeichnen ist. Insgesamt geht Windows bei Gizmodo dennoch mit einem Minus von 7 Prozent aus dem Jahr.

Geht man davon aus, dass auch in den nächsten Jahren deutlich mehr Smartphones und Tablets als Notebooks und Desktop-Rechner verkauft werden, dürfte der Anteil von Mobilgeräten am Seitenzugriff weiter zulegen. Und genau das ist Microsofts Dilemma. Zwar hat man mit Windows Phone 8 ein neues Mobilbetriebssystem vorgestellt, doch scheint derzeit der Mobil-Zug in Richtung iOS und vor allem Android abgefahren zu sein. Und allein mit Windows 8 wird man den negativen Trend nicht aufhalten können.

Laut IDC sinkt der Anteil von Desktops und Notebooks im Jahr 2016 auf 20 Prozent, während der Anteil von Smartphones und Tablets auf 80 Prozent zulegen wird.

Laut IDC sinkt der Anteil von Desktops und Notebooks im Jahr 2016 auf 20 Prozent, während der Anteil von Smartphones und Tablets auf 80 Prozent zulegen wird.

Neueste Kommentare 

16 Kommentare zu Marktanteile 2012: Windows verliert, Android gewinnt

  • Am 14. Dezember 2012 um 21:29 von Boris

    Leute Leute,
    wie kann man nur solch einen Quatsch zusammenruehren. Glaubt denn einer ernsthaft, die Smartphones würden die Notebooks und Desktops verdraengen? Was ist das fuer ein Schwachsinn. Mache ich demnächst meine Steuerklaerung und meine Powerpoint Praesentation auf einem 4 Zoll Display, oder was?

    • Am 15. Dezember 2012 um 02:00 von Gianni

      Vielen Dank,
      endlich behält jemand angesichts der Hysterie einen klaren Kopf.

    • Am 15. Dezember 2012 um 15:58 von Thomas'

      Dieses Jahr habe ich die erste Vorlesung gesehen, die auf einem iPad gehalten wurde (ironischerweise eine zu Android-Entwicklung).

      Und zu meiner persönlich Benutzung: Letztes Jahr hat der Laptop meinen Desktop nahezu vollständig abgelöst, dieses Jahr hat das Tablet einen großen Anteil vom Laptop weggenommen. Ich finde die Prognosen durchaus realistisch.

      • Am 21. Dezember 2012 um 00:05 von Mickey Mouse

        Von wegen Hysterie. Der Trend geht ganz klar in Richtung SmartPhone und Tablet. Die klassischen PCs werden zwar nicht aussterben, aber wesentlich dezimiert werden.

  • Am 15. Dezember 2012 um 13:27 von jaes

    Lustig das du das Ansprichst, ich mache meine Powerpoint pntationen tatsächlich auf dem Tablet

    • Am 15. Dezember 2012 um 17:41 von Boris

      …welches 4 Zoll Tablet ist das denn?

      • Am 16. Dezember 2012 um 18:33 von Sascha Pallenberg

        seit wann ist ein 4-inch display stellvertretend fuer ein tablet?

  • Am 15. Dezember 2012 um 17:12 von Ruffy

    Pntationen? Wahrscheinlich mit Pnpoint? ;)
    Nein im ernst, Tablet ist 10/11 zoll und Boris sprach von 4 Zoll.
    Ausserdem nervt mich bei meinem Smartphone, dass mich überall alles erreicht: langsam zuviel Technik.

  • Am 15. Dezember 2012 um 19:22 von jaes

    Ich dachte es geht hier um Android allgemein und nicht nur um Smartphones… Ich mach inzwischen alles auf meine m Tablet von Bildbearbeitung bis hin zum Onlinebanking… In vielen fällen ist die APP günstiger, einfacher zu bedienen vor allem muss ich mich nicht mehr um updates kümmern das macht der Market. Inzwischen habe ich selten einen Grund meinen PC an zumachen ist sehr selten geworden in letzter Zeit. Versteht man aber erst wenn man selber ein Tablet hat…

    • Am 16. Dezember 2012 um 09:31 von Boris

      Sorry jaes, aber ich habe als Technikfreak mehrere Tablets. Uebrigens ist nur das Surface, was ich mir aus Neugier gekauft habe, in der Lage, korrekte Powerpointpräsentationen zu erstellen. Fuer mein Note 10.1 gibt es kein Programm, was nicht die Formatierungen zerschiesst. Das Ipad 4 meiner Freundin kann es auch nicht. Da ich aber im Gegensatz zu dir “wirklich” damit arbeiten muss (zig geoeffnete Fenster, Excel, Word, Powerpoint, Bildbearbeitung und Browser gleichzeitig) setze ich mich dann an meinen MacPro.
      Du scheinst aber das grundlegende Verhalten von Firmen nicht zu verstehen, offensichtlich bist du Hobby-Präsentationsersteller. Mach doch mal ein Praktikum in einer beliebigen Firma in einer beliebigen Abteilung (Personal, Marketing, Technik…), dann wirst du sehen, dass dort PC’s stehen. Und diese PC’s stehen da auch noch in 20 Jahren.

  • Am 16. Dezember 2012 um 10:39 von oskar40

    Eingaben mit Tastatur, Maus, Zwischenablage unter Windows, Lesen (mit wenigen Eingaben) mit 7-Zoll-Android oder 3,7-Zoll-Android. Für umfangreiche Eingaben ist mir die virtuelle Tastatur zu unbequem und nimmt zu viel Platz weg.

    Gelegentlich Präsentationen vorführen (nicht schreiben!) vom Netbook, sofern für die Präsentation kein USB/Windows-PC zur Verfügung steht.

    • Am 19. Dezember 2012 um 20:03 von Marco

      Dann wirst du dich bestimmt besonders auf die Gerenation Tablet-PC freuen, da brauchst du dann wirklich nur noch EIN Gerät ^^.
      Nur mal als Fallbeispiel, warum das Win8-Konzept Zukunft hat, auch unter dem Aspekt dieser “interessanten” Zahlen.

  • Am 16. Dezember 2012 um 18:42 von Ikarus

    Ich möchte gar nicht auf den Inhalt des Ganzen genauer eingehen, denn ist einfach kurzsichtig aus Webzugriffszahlen alleine irgendwelche weitergehenden Aussagen oder gar Prognosen zu treffen. Alles was der Webzugriff aussagt ist der Webzugriff. Daher auch meine Kritik die ich eigentlich loswerden möchte: “Marktanteile”?!?! Was für ein völlig falschgearteter Begriff für Webzugriffszahlen. Webzugriffszahlen sind kein “Markt”, sie sind eine statistische Größe. Was man damit anstellt ist eine andere Sache. Die Schlussfolgerungen daraus sind kompliziert und Abhängig von der Betrachtungsweise. Ein Beispiel: Das iPhone verursachte zu seinen “Hochzeiten” etwa 80% des mobilen Webtraffics – bei einem Smartphonemarktanteil von 17%. Daraus wurde gern die Schlagzeile gemacht, das iPhone hätte 80% “Marktanteil”(großgeschrieben) – vom Webtraffic (kleingeschrieben) – Jubel, jubel der Applefans, warum eigentlich? Sagt es doch nur, dass das iPhone ohne Internet nutzlos ist (womit wir bei der Betrachtungsweise wären).

    “Windows verliert Marktanteile” ist daher eine denkbar schlechte Überschrift. Impliziert sie doch, es würden tatsächlich weniger Windows Kopien auf den Rechnern laufen. Da ist ein Rückgang aber höchstens Marginal. Es bedeutet nur, dass mit Windows weniger gesurft wird. Wie sollte es auch anders sein, brauchte man früher einen Computer um Online zu gehen, so wurde der Webtraffic logischerweise auch auch von dem OS beherrscht, welches den Markt beherrschte. Da nun aber mit Telefon, Tablet und Kühlschrank “online” gegangen wird, ist doch klar, dass Windows diesen Traffic nicht mehr alleine verursacht. Sorry, aber Webtraffic als Benchmark für irgendwas anderes als Webtraffic heranzuziehen ist, als würde man anhand der Menge von Kuhfladen auf einer Wiese daraus Schlussfolgern welches Auto der Bauer fährt…. Um es plagativ auszudrücken.

    • Am 17. Dezember 2012 um 08:12 von Masgrim

      Wenn man schon den landwirtschaftlichen Vergleich heranzieht – das Original lautet: Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, dann ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist. Soviel zur Aussagekraft von Abrufstatistiken auf künftige Marktanteile …

    • Am 18. Dezember 2012 um 07:47 von chithanh

      > “Windows verliert Marktanteile” ist daher eine denkbar schlechte Überschrift. Impliziert sie doch, es würden tatsächlich weniger Windows Kopien auf den Rechnern laufen.

      Ich verstehe das nicht so. Zum einen geht es um Anteile nicht um absolute Zahlen. Zum anderen kann man Seitenabrufe (und damit verbundene Werbeeinblendungen usw.) durchaus als Markt bezeichnen.

      Marktanteile ist nicht gleichbedeutend mit “installed base”.

      • Am 19. Dezember 2012 um 20:05 von Marco

        Ganz einfach: es verkauft sich besser mit der Überschrift

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