John McAfee in Guatemala verhaftet

Der flüchtige Antivirenpionier John McAfee ist von der Polizei in Guatemala verhaftet worden. Mit Hilfe von Vertretern von Interpol griff man ihn Associated Press zufolge in einem Hotel in Guatemala City auf. Er soll nun des Landes verwiesen werden. Welche Nation ihn aufnehmen wird, ist unklar.

Inzwischen bloggt McAfee vom Gefängnis aus weiter. Er schreibt, man habe ihm einen Computer zur Verfügung gestellt und der Kaffee sei gut, auch wenn er schlecht schlafe. Die amerikanische Botschaft könne oder wolle derzeit nichts für ihn tun.

Guatemaltekische Polizisten verhaften John McAfee (Bild: Vice Magazine, via Youtube).

Guatemaltekische Polizisten verhaften John McAfee (Bild: Vice Magazine, via Youtube).

Die Verhaftung steht nicht in direktem Zusammenhang mit dem Mord an McAfees früherem Nachbarn in Belize, Gregory Faull. Vielmehr verhaftete ihn die guatemaltekische Polizei wegen illegalem Grenzübertritt. In Belize, wo McAfee die letzten Jahre wohnte, existiert schließlich nur eine Vorladung zu einer Befragung, aber kein Haftbefehl.

Faull und McAfee waren sich Berichten zufolge wegen McAfees Hunden und bewaffneten Wachleuten in die Haare geraten. Faull hatte sich auch bei der Polizei wegen Schüssen auf McAfees Grundstück beschwert. McAfee glaubt aber, die Killer seien eigentlich gar nicht hinter Faull, sondern hinter ihm her gewesen. Seit 12. November ist John McAfee auf der Flucht. Er scheint vor allem einen Justizirrtum in Belize zu fürchten, auch wenn sich seine Begründungen bisweilen widersprechen.

Noch gestern hatte der 67-jährige Gründer des inzwischen zu Intel gehörenden Sicherheitsunternehmens McAfee über verheißungsvolle Schritte gebloggt. Er habe sich einen Anwalt genommen (den Onkel seiner 20-jährigen Freundin Samantha, die mit ihm reiste) und werde eine Pressekonferenz abhalten. Den Behörden in Belize schlug er ein Treffen auf neutralem Boden vor.

Dass sich McAfee in Guatemala befand, war durch die EXIF-Metadaten eines von ihm veröffentlichten Digitalfotos bekannt geworden. McAfee bezeichnete die Geodaten zunächst als bewusste Irreführung, gestand aber später ein, ein Mitarbeiter habe das verpfuscht.

Mit dem Sicherheitsunternehmen, das noch seinen Namen trägt, hat McAfee seit vielen Jahren nichts mehr zu tun. Unter anderem versuchte er, als Reiseveranstalter mit Aerotrekking Geld zu verdienen. Darunter versteht man einen Flug mit einem Ultraleichtflugzeug in geringer Höhe über ausgedehnte Wüstengebiete. Er ist auch als Autor von vier Büchern der Kategorie Lebensratgeber zu finden.

Kürzlich hatte sich McAfee in einem Interview mit einer Techniksite noch seiner Verbindungen zu Verbrecherbanden in Belize gerühmt. Er soll auch mit Drogen experimentiert haben. Im April wurde er bei einer Razzia in seinem Haus verhaftet, aber kurz darauf wieder freigesetzt, da er Lizenzen für alle seine Feuerwaffen hatte und mit der gefundenen chemischen Ausrüstung offenbar nur eine antibakterielle pflanzliche Lösung herstellte.

[mit Material von Steven Musil, News.com]

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