Schweizer Geheimdienst-Techniker des Diebstahls von Terrorismusabwehr-Daten verdächtigt

Schweizer Behörden haben im vergangenen Sommer einen Techniker des Nachrichtendiensts NDB (Nachrichtendienst des Bundes) verhaftet. Er soll mehrere Terabyte Terrorismusabwehr-Daten heruntergeladen und entwendet haben. Das berichtet die Agentur Reuters unter Berufung auf europäische Sicherheitskreise. Inzwischen sei der Mann wieder auf freiem Fuß. Die Ermittlungen der Bundesstaatsanwaltschaft dauerten aber noch an.

Flagge Schweiz

Demnach handelte es sich um Daten, die der US-Geheimdienst CIA und der britische MI6 an ihre Schweizer Kollegen weitergegeben haben. Der NDB soll CIA und MI6 inzwischen vor einer möglichen Kompromittierung gewarnt haben. Einer Quelle von Reuters zufolge wurde der Diebstahl rechtzeitig aufgedeckt, um einen Verkauf der Daten zu verhindern. Schweizer Behörden seien sich aber nicht vollkommen sicher, ob die Daten nicht vielleicht doch missbraucht wurden.

Bei dem Mann, dessen Identität bisher nicht bekannt ist, wurden mehrere Storage-Geräte mit den als vertraulich eingestuften Informationen gefunden. Laut einer Quelle von Reuters war der Techniker “sehr talentiert” und in einer Führungsposition, in der er uneingeschränkten Zugriff auf alle Netzwerke des NDB hatte. Er sei verärgert gewesen, weil man seine Ratschläge zum Betrieb der Datensysteme des Geheimdiensts ignoriert habe.

Organisationen wie Wikileaks ist es schon mehrfach gelungen, Geheimakten zu erhalten und zu veröffentlichen. Zum Teil stammten die Unterlagen aus Hackerangriffen von Gruppen wie Anonymous oder LulzSec. Sollte der verdächtigte Techniker die Daten tatsächlich entwendet haben, wäre das ein weiteres Beispiel dafür, wie schwierig es ist, zu garantieren, dass vertrauliche Daten auch vertraulich bleiben.

Dem Reuters-Bericht zufolge sind diese Herausforderungen beim NDB besonders hoch. Die Struktur des Geheimdiensts erschwere Ermittlungen gegen einzelne Abteilungen oder Mitarbeiter. Außerdem habe es erste Warnsignale gegeben, die schon früher zu einer Verhaftung hätten führen können. Unter anderem soll der Tatverdächtige mehrfach nicht zur Arbeit erschienen sein.

[mit Material von Don Reisinger, News.com]

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