HP stellt neue Generation seines Storage-Angebots vor

HP 3Par Store Serve 7400 für knapp 30.000 Euro positioniert HP gegen die VMAX-Produktlinie von EMC (Bild: ZDNet.de)

Hewlett-Packard hat auf seiner Hausmesse Discover in Frankfurt am Main die laut Dave Donatelli wichtigste Erweiterung seines Storageportfolios seit einem Jahrzehnt vorgestellt. Neben einer Fülle von Detailverbesserungen sind bei den Ankündigungen vor allem die einheitliche Architektur der Baureihe für den Mittelstand sowie die Integration von schnellen Suchfunktionen in die High-End-Geräte neu.

Die neuen HP-Lösungen zeigen erstmals wirklich, warum sich der Konzern in der jüngeren Vergangenheit mit 3Par, Ibrix und Lefthand mehrere Storagespezialisten gekauft hat. Der erste von ihnen, 3Par, hat dem neuen Line-up auch den Namen gegeben: HP 3Par StoreServ Storage tritt im Endeffekt die Nachfolge der traditionsreichen EVA-Produkte von HP an.

Die Reihe EVA wird zwar nicht offiziell eingestellt, wie Guido Klenner betont, der bei HP Deutschland für Storage zuständig ist, sie wird aber anders positioniert: Das recht erfolgreiche Produkt EVA 6350 passt von Preis und Leistungsumfang her nun unter die neue 3Par 7200, während EVA 6550 leicht darüber liegt. Während EVA 6350 für kleine Firmen, die keine extremen Anforderungen an ihre Speicherumgebung haben, noch eine Weile eine vernünftige Alternative sein kann, wird EVA 6550 wohl der neuen Produktgeneration zum Opfer fallen: Selbst wenn HP den Kunden beim Preis entgegenkommt, werden diese in dem Segment lieber eine etwas teureres, dafür aber aktuelles Produkt nehmen wollen. EVA-Kunden wird mit dem “HP 3Par Online Import” auch ein Upgrade-Pfad auf die 3Par-Reihe angeboten – ebenfalls ein Zeichen, dass es mit EVA nur noch auf absehbare Zeit weitergeht.

Die Positionierung des HP 3PAR StoreServ 7000-Serie durch HP. Das existierende Produkt EVA 6350 ist ganz links, die bekannte EVA 6550 über der 3PAR StoreServ 7200 einzuordnen (Bild: ZDNet.de).

Immerhin lebe die “EVA-DNA” in den unter der Marke 3Par vertriebenen Produkten weiter, wie Dave Donatelli vor Journalisten in Frankfurt erklärte. Ein Beispiel dafür ist die Wide Striping genannte Vorgehensweise, um auch bei großen Datenmengen schnell zu bleiben. Der Manager hob in seiner Präsentation in Frankfurt zudem die neue Architektur der HP-3Par-StoreServ-7000-Serie mit vier Controllern und ASICs hervor: Damit habe man im Gegensatz zum Wettbewerb nun eine einheitliche Architektur vom Einstiegssegment bis zum High-End.

David Scott, Senior Vice President bei HP und als General Manager für den Storagebereich zuständig, nannte von den Wettbewerbern namentlich EMC: Dessen Portfolio sei mit den nicht integrierten Zukäufen von Isilon, Centera, Atmos, Data Domain und Avamar besonders verschachtelt, komplex und ineffizient. HP biete dagegen “polymorphe Einfachheit” – also einfache Technologie in vielen Formfaktoren.

Volle Kraft voraus gegen EMC: David Scott, Senior Vice President bei HP und als General Manager für den Storagebereich zuständig (Bild: ZDNet.de)

Diese Formfaktoren sind die Appliance-Serie HP 3Par StoreServ 7000, die HP 3Par StoreServ File Services sowie das auf bis zu 240 SSDs basierende HP 3Par StoreServ Array. Gegenüber Mitbewerber NetApp, der mit seiner Architektur einen ähnlich durchgängigen Ansatz verfolgt, sieht sich HP dadurch im Vorteil, dass es dank eigener ASICS und vier Controllern (im Gegensatz zu zweien bei NetApp) neue Verfahren und Technologien “ohne Workarounds und aufgepfropfte Technologien” unterstützt. Insgesamt schätzt HP-Storage-Experte Klenner, dass HP mit der neuen Generation dem Wettbewerb um eineinhalb bis zwei Jahre voraus ist.

Um den Vorsprung zu demonstrieren, bewirbt HP die neue Generation der 3Par-Produkte bewirbt HP mit zwei “Garantien”: Die “Get Thin”-Garantie soll Kunden davon überzeugen, dass sich die für die Speicherung ihrer Daten benötigte Kapazität dank Thin Provisioning, Thin Persistence (quasi gleichzusetzen mit Thin Reclamation) und anderer Maßnahmen um mindestens 50 Prozent reduziert werden. Die “Get Virtual”-Garantie soll gewährleisten, dass sich die Dichte der virtuellen Maschinen mindestens um den Faktor zwei erhöht, wenn sich der Kunde für eine HP-Lösung entscheidet.

HP 3Par StoreServ 7000 Storage ist zu Preisen ab 20.000 Euro erhältlich. Die StoreServ-Systeme unterstützen Block- und File-Services sowie konventionelle Festplatten und SSDs. In der SSD-Konfiguration ermöglicht das System laut HP bis zu 320.000 IOPS (Input/Output Operations per Second), das sei 2,4-mal mehr als das schnellste Wettbewerbs-Array. Damit eignet es sich vor allem für Anwendungen, die eine sehr geringe Reaktionszeit oder Latenz benötigen – beispielsweise Datenbanken.

Die Preise für das Speichersystem HP 3Par StoreServ 7200 beginnen bei 20.000 Euro. Das für vier Controller ausgelegte System HP 3Par StoreServ 7400 kostet mindestens 32.000 Euro. Beide sind ab dem 14. Dezember über HP und dessen Vertriebspartner erhältlich.

Mit HP StoreAll Storage hat HP zudem eine hochskalierbare Plattform mit einer Kapazität von bis zu 16 Petabyte vorgestellt, die Milliarden von Objekte und Daten in einem Namensraum unterstützt. Das ermöglicht Kunden, ohne zusätzlichen Administrationsaufwand Big-Data-Archive und Cloud-Speicher auf einer Plattform bereitzustellen.

HP StoreAll Storage beinhaltet mit HP StoreAll Express Query auch eine von den HP Labs entwickelte Datenbank-Technologie für Metadaten. Sie beschleunigt die Dateifindung und die Analyse um das 100.000-fache gegenüber konventionellen Suchmethoden. Dadurch können Kunden Petabyte an Daten innerhalb von Sekunden oder Minuten anstelle von Stunden oder Tagen durchsuchen. Ein Connector ermöglicht die Verknüpfung mit der HP-Datenanalyse-Engine Autonomy Intelligent Data Operating Layer (IDOL).

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