Apple zahlt außerhalb der USA auf seine Gewinne weniger als zwei Prozent Steuern

Die Gewinne im Ausland belaufen sich im Geschäftsjahr 2012 auf 36,87 Milliarden Dollar. Diesen Betrag versteuert Apple lediglich mit 713 Millionen Dollar. In den USA führt das Unternehmen hingegen mehr als 13 Milliarden Dollar an den Fiskus ab.

Apple hat im abgelaufenen Fiskaljahr seinen außerhalb der USA erwirtschafteten Gewinn von 36,87 Milliarden Dollar mit lediglich 713 Millionen Dollar versteuert. Der daraus resultierende Steuersatz liegt unter 2 Prozent. Das berichtet die Sunday Times, die dafür Apples Jahresmeldung (PDF) an die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission analysiert hat.

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In den USA führte Apple hingegen 13,32 Milliarden Dollar an den Fiskus ab. 12,26 Milliarden Dollar entfielen auf Bundessteuern, und weitere 1,06 Milliarden Dollar gingen an die Steuerbehörden der einzelnen US-Bundesstaaten.

Wie viele andere weltweit agierende Unternehmen erzielt auch Apple einen großen Teil seiner Profite im Ausland, wo die Steuersätze oft niedriger sind als in den USA. Diese Gewinne verbleiben auch zumeist dort, da sie bei einer Rückführung mit einem höheren Satz von 35 Prozent versteuert werden müssten. Viele Firmen, darunter auch Cisco Systems, fordern deswegen Steuererleichterungen für die Rückführung ausländischer Gewinne.

Allerdings ist der niedrige Steuersatz, den Apple im Ausland bezahlt, nicht illegal. Das Unternehmen nutzt nicht einmal Schlupflöcher, um der höheren Steuerbelastung zu entgehen. Das Wirtschaftsmagazin Forbes weist darauf hin, dass Großbritannien beispielsweise von Firmen, die keine eigene Niederlassung im Vereinigten Königreich haben, auch keine Steuern für ihre dort generierten Gewinne verlangt. Die britischen Steuergesetze gehen davon aus, dass die Abgaben im Heimatland abgeführt werden müssen.

Allerdings nimmt die Kritik an diesem Vorgehen zu. Im August warf etwa der britische Parlamentsabgeordnete John Mann Google vor, im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 395 Millionen britischen Pfund nur 6 Millionen Pfund Steuern entrichtet zu haben. Das entspricht einem Steuersatz von 1,5 Prozent. Diese Praxis bezeichnete der Politiker, obwohl sie legal ist, als „vollkommen ungehörig und sittenwidrig“.

Auch Amazon umgeht vollkommen legal das britische Steuersystem. Für das Geschäft in Großbritannien ist Amazon Luxemburg verantwortlich. Daher bezahlte der Online-Händler bei Einnahmen von 7,5 Milliarden Euro in Großbritannien lediglich 147 Millionen britische Pfund Steuern. Das ergibt einen Steuersatz von 1,4 Prozent.

[mit Material von Roger Cheng, News.com]

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2 Kommentare zu Apple zahlt außerhalb der USA auf seine Gewinne weniger als zwei Prozent Steuern

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  • Am 5. November 2012 um 11:10 von Ikarus

    Deshalb haben Apple & Co. auch keine Niederlassungen (also solche Standorte, die Finanztechnisch hier abgerechnet werden) in Deutschland. Dem deutschen Staat ist es nämlich vollkommen Schnurz ob derartige Jongliererei legal ist oder nicht. Wenn unser Finanzamt der Auffassung ist, dies geschehe um Steuern dem Staat vorzuenthalten, wird dies einfach als Steuerbetrug deklariert, da der Zweck für den die eigentliche Regelung geschaffen wurde, missbraucht werde.

    • Am 6. November 2012 um 9:30 von Mike

      Vom Inhalt her unverständlicher Artikel. Seit wann und in welchem Land werden Steuern nach der höhe der Umsätze berechnet?

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