Familie eines schwerverletzten Arbeiters klagt gegen Foxconn

Zhang Tingzhen soll von Shenzhen nach Huizhou verlegt werden, wo weniger Kosten anfallen. Die Parteien streiten nun über den tatsächlichen Arbeitsort des Verletzten. Seinem Vater zufolge ist er nicht reisefähig.

Der Vater eines Arbeitsunfall-Opfers klagt gegen Foxconn. Zhang Tingzhen war bei der Arbeit in einer Foxconn-Fabrik verletzt worden. Sein Vater Zhang Guangde fordert, dass er nicht in ein anderes Krankenhaus verlegt wird und dass Foxconn dennoch weiter für seinen Aufenthalt bezahlt, wie Reuters berichtet.

Eingang zum Foxconn-Werk in Shenzhen (Bild: Jay Greene / News.com)

Einem früheren Bericht der Nachrichtenagentur zufolge hatte Zhang Tingzhen versucht, einen Scheinwerfer an einer Außenwand zu befestigen, als ihn ein starker Stromschlag traf. Er fiel etwa vier Meter in die Tiefe. Angeblich hat er fast die Hälfte seines Gehirns eingebüßt, ist inkontinent und ständig von Gehirnblutungen bedroht.

Obwohl er in der 12-Millionen-Stadt Shenzhen tätig war, will ihn Foxconn zur weiteren Versorgung nach Huizhou schicken, weil er dort zuerst eingestellt wurde. Der naheliegende Grund wird in der Tatsache vermutet, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen im Krankheitsfall dort niedriger sind. Zhangs Familie berichtet von Textnachrichten Foxconns, in denen mit der Einstellung der Zahlungen für die Krankenhausbehandlung gedroht wurde.

Huizhou ist allerdings 70 Kilometer entfernt. Dem Vater zufolge ist Zhang nicht reisefähig. Außerdem bestreitet er die Darstellung von Foxconn. Der Anwalt der Familie teilt mit, „Krankenhauskorrespondenz, Arztberichte, Lohnabrechnungen und Erklärungen von Kollegen deuten alle darauf hin, dass er zum Zeitpunkt seiner Verletzung in Shenzhen untergebracht war.“

Dem Bericht zufolge ist es in chinesischen Firmen gängige Praxis, Arbeiter in Städten mit geringen Löhnen anzuheuern und dann in einer teuren Metropole wie Shenzhen zu beschäftigen. Fosxconn zufolge war dies bei Zhang aber nicht der Fall. Aufgrund von Kompensationen durch ein Sozialversicherungsprogramm der Regierung profitiere das Unternehmen außerdem gar nicht davon, einen Angestellten eine billigere Behandlung zukommen zu lassen: Huizhou sei zwar billiger, aber die Regierung zahle hier auch weniger zu. Man habe nun der Familie zugesichert, für eventuelle Unterschiede einzustehen. Dazu sei Foxconn zwar nicht verpflichtet, aber man glaube, so im Interesse des verletzten Angestellten zu handeln.

Foxconn ist einer der größten Auftragsfertiger von Elektronikprodukten weltweit. Zu seinen Kunden zählen etwa Apple und Microsoft. Apple wird diese Woche auch ein Ladengeschäft in Shenzhen eröffnen, wo wohlhabende Chinesen seine Produkte kaufen können.

[mit Material von Don Reisinger, News.com]

Themenseiten: China, Foxconn, Mobile, iPhone

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