Bitkom: Deutscher ITK-Markt wächst 2012 um 2,8 Prozent

Der Hightech-Verband Bitkom hat seine Prognose für den ITK-Markt in Deutschland deutlich angehoben. Demnach soll der Umsatz mit Produkten und Diensten der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik im Jahr 2012 um 2,8 Prozent auf 152 Milliarden Euro steigen. Im März hatte der Branchenverband noch ein Plus von 1,6 Prozent vorausgesagt.

„Die vielen Innovationen von neuen Tablet-Computern hin zu Smart Grids sorgen für eine starke Nachfrage im ITK-Markt“, sagt Bitkom-Präsident Dieter Kempf. „Privatverbraucher und Industrie investieren derzeit vermehrt in neue Geräte und Lösungen. Der positive Trend bei den Hightech-Unternehmen wirkt stabilisierend auf die Gesamtkonjunktur.“ Grundlage der Markteinschätzung sind aktuelle Prognosen des zum Bitkom gehörenden European Information Technology Observatory (EITO).

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Der Markt für Informationstechnologie wächst in diesem Jahr demnach um 2,3 Prozent auf 72,8 Milliarden Euro. Der Softwaremarkt legt voraussichtlich um 4,4 Prozent auf 16,9 Milliarden Euro zu. Das Geschäft mit IT-Dienstleistungen wie Outsourcing und Wartung soll sich um 2,1 Prozent auf 34,9 Milliarden Euro verbessern. Der Hardwaremarkt ist mit 1,1 Prozent ebenfalls im Plus, entwickelt sich aufgrund des anhaltenden Preisverfalls aber etwas schwächer. Während Tablets für 1,6 Milliarden Euro Umsatz sorgen (plus 41 Prozent), ist das Geschäft mit Desktop-PCs leicht rückläufig. Mit einem Minus von 0,7 Prozent fällt der Rückgang aber geringer aus als im März vorausgesagt. Damals rechnete der Bitkom mit einem Minus von 4,4 Prozent. In Stückzahlen gerechnet ergibt sich sogar ein Absatzplus um 2,6 Prozent auf nun 5,4 Millionen PCs.

Besser als erwartet entwickelt sich auch die Unterhaltungselektronik. In diesem Segment werden die Umsätze voraussichtlich um 2,3 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro zulegen. Der positive Trend geht insbesondere zurück auf die starke Nachfrage nach Fernsehern im Sportjahr 2012 sowie das trotz der Eurokrise in Deutschland weiterhin günstige Konsumklima.

In der Telekommunikation erwartet der Bitkom ein kräftiges Umsatzwachstum von 3,4 Prozent auf 66,4 Milliarden Euro. Entscheidend dafür sei der boomende Smartphone-Absatz – sieben von zehn in Deutschland verkauften Mobiltelefonen seien inzwischen Smartphones, heißt es. Die Einnahmen in diesem Bereich sollen um 45,7 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro steigen. Bei den Telekommunikationsdiensten ist die Entwicklung wie schon in der Vergangenheit sehr uneinheitlich. Während das Geschäft mit mobilen Datendiensten voraussichtlich um 13 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro zulegt, geht der Umsatz mit mobilen Gesprächen um 4 Prozent auf 12,8 Milliarden Euro zurück. Das Geschäft mit Sprachdiensten im Festnetz reduziert sich sogar um 7,5 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro.

Die insgesamt positiven Umsatzzahlen sorgen laut Bitkom für weitere Impulse auf dem Arbeitsmarkt. Nach Angaben des Verbands waren 2011 in der ITK-Branche 876.000 Personen beschäftigt. Das entspricht einem Anstieg um 3,6 Prozent oder 28.000 gegenüber dem Vorjahr. „Vor allem ein starkes Plus im vierten Quartal hat hier noch einmal für einen kräftigen Schub gesorgt“, so Kempf. Für 2012 erwartet der Bitkom einen weiteren Anstieg um 1,2 Prozent auf dann 886.000 Beschäftigte.

Für 2013 geht der Branchenverband von einem Wachstum des deutschen ITK-Markts um 1,6 Prozent auf dann 154,3 Milliarden Euro aus. Die Informationstechnik wird voraussichtlich um 3 Prozent auf 74,9 Milliarden Euro zulegen. Der Umsatz mit Unterhaltungselektronik geht leicht um 1,2 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro zurück. Als Gründe nennt der Bitkom unter anderem einen weiteren Preisverfall sowie eine Verschiebung der Konsumausgaben in ITK-nahe Produktwelten. „Die Konsumenten greifen immer öfter zu Alleskönnern wie Smartphones oder Tablets“, erklärt Kempf. Der Telekommunikationsmarkt soll um 0,5 Prozent auf 66,7 Milliarden Euro wachsen.

[Dieser Beitrag ist eine „Euro Story“ – eine ausgewählte Geschichte, die auf mehreren europäischen Sites von NetMediaEurope veröffentlicht wird.]

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