Google: Entwickler sollen mehr Tablet-Apps schreiben

Eine Checkliste gibt Qualitätsmerkmale für solche Anwendungen vor. Google forciert optimierte Apps, die das größere Display wirklich nutzen. Als positive Beispiele nennt es Instapaper, Mint und die Spiele von TinyCo.

Google drängt die Anwendungsentwickler dazu, mehr für Tablets optimierte Apps zu schreiben. Durch die „zunehmende Welle von Android-Tablets, die laufend auf den Markt kommen“ sei es für jeden Entwickler mobiler Anwendungen wichtig, auch diesen Bereich gezielt zu bedienen. Nach letzter Zählung sind insgesamt 675.000 Android-Apps verfügbar. Die Zahl der für Tablets optimierten Programme dürfte zwar ebenfalls zugenommen haben, ist aber vermutlich weniger beeindruckend – Google weist sie noch nicht gesondert aus.

In einer Checkliste hat das Unternehmen die wichtigsten Qualitätsmerkmale von Tablet-Apps zusammengestellt. Sie richtet sich offenbar vor allem an Entwickler, die bereits Anwendungen für Smartphones erstellt haben. In fast allen Punkten geht es darum, das größere Display wirklich zu nutzen und vorhandene Features anzupassen („Nutzen Sie die zusätzliche Bildschirmfläche, die auf Tablets verfügbar ist“). Als Testumgebung empfehle sich ein 7-Zoll-Gerät mit mindestens Android 4.0 sowie ein 10-Zoll-Modell mit Android 3.2 oder höher.

7-Zoll-Tablets drängen in den Markt: Amazon Kindle Fire, Nexus 7 sowie Barnes & Noble Nook (Bild: Sarah Tew / News.com).7-Zoll-Tablets drängen in den Markt: Amazon Kindle Fire, Nexus 7 sowie Barnes & Noble Nook (Bild: Sarah Tew / News.com).

In einem weiteren Blogeintrag stellt Google mit Developer Stories Entwickler und ihre Erfolgsgeschichten vor. Mint, Intuits App für persönliche Finanzen, konnte demnach durch bestmögliche Nutzung der Displayfläche überzeugen. Die Anwendung wurde bei Google Play mit vier Sternen bewertet und bringt Features auf Android-Tablets, die für Mobiltelefone nicht verfügbar sind, wie etwa eine visuellere Darstellung persönlicher Finanzen.

„Während unsere Smartphone-App tagsüber jeweils kurz genutzt wird, sehen wir die Tablet-Nutzung eher abends und mit längeren Sitzungen“, erklärt Intuit-Produktmanager Ken Sun. Während die Kunden mit dem Mobiltelefon nur kurz ihre Ausgaben überprüften, gingen sie mit den Tablet-Apps intensiver und analytischer heran. „Das ist die Art von vertieftem Engagement, das wir begünstigen wollten. Die Apps für Tablet und Mobiltelefon ergänzen sich hervorragend.“

TinyCo darf mit seinen Spielen das Beispiel für bessere Einnahmen mit optimierten Tablets-Apps geben. Der Entwickler von Games wie Tiny Monsters und Tiny Village berichtet von durchschnittlich um 35 Prozent höheren Einnahmen durch zahlende Nutzer. Zudem ließen sich Anwender länger halten, und die Downloads für Android-Tablets hätten sich in den letzten sechs Monaten verdreifacht.

Instapaper ist das prominente Beispiel einer Anwendung, die lange iOS-Geräten vorbehalten war. Die App speichert Webseiten für die spätere Lektüre auf Tablet, Smartphone oder E-Reader. Instapaper-Macher Marco Ament überließ es dem spezialisierten Entwickler Mobelux, eine ähnlich überzeugende Version für Android zu schaffen. Die Entscheidung, vorrangig für Tablets zu entwickeln, zahlte sich offenbar aus. Mobelux berichtet von einer 600-prozentigen Zunahme der Downloads, als im Sommer 2012 das Google-Tablet Nexus 7 auf den Markt kam. Inzwischen wird jede zweite Instapaper-App auf einem Tablet installiert.

Noch ist Apple mit dem iPad klarer Marktführer bei Tablets. Mit den erfolgreichen 7-Zoll-Tablets kommt aber auch Android auf beachtliche Stückzahlen. Wie es weitergeht, hängt nicht zuletzt von den Apps ab.

[mit Material von Casey Newton, News.com]

Themenseiten: Android, Anwendungsentwicklung, Google, Mobile, Software, Tablet

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Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Google: Entwickler sollen mehr Tablet-Apps schreiben

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  • Am 9. Oktober 2012 um 16:18 von impidan

    finde ich auch, das es mehr Tabletapps geben sollte. Grade bei Facebook und Twitter für Android wäre das wünschenswert. Hier wird grade auf 10″ Tablets massig Platz verschwendet.

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