Schweizer Bundesbahnen: Apple nutzt unser Uhr-Design ohne Lizenz

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) werfen Apple vor, in iOS 6 ihr geschütztes Uhr-Design zu verwenden. Man freue sich, dass Apple dieses Design verwende, sagte ein Sprecher dem Tages-Anzeiger, habe dies aber nicht autorisiert. Die SBB fordert nun eine “finanzielle Abgeltung”.

Das Uhr-Design war im Jahr 1944 vom damaligen SBB-Angestellten Hans Hilfiker entworfen worden. Die Bahnhofsuhren produziert heute die Firma Mobatime; der Schweizer Uhrenhersteller Mondaine verfügt zudem über eine Lizenz. Er verwendet das Design für Taschen-, Küchen- und Armbanduhren.

Apple hat sich offensichtlich für die Uhr-App auf dem iPad bei den Schweizerischen Bundesbahnen bedient. Es sieht wie eine 1:1-Kopie aus. Der Uhrenvergleich zeigt iOS 6 auf dem iPad links, SBB (in der Mondaine-Version) rechts.

Apple hat sich offensichtlich für die Uhr-App auf dem iPad bei den Schweizerischen Bundesbahnen bedient. Es sieht wie eine 1:1-Kopie aus. Der Uhrenvergleich zeigt iOS 6 auf dem iPad links, SBB (in der Mondaine-Version) rechts.


Apple sind Probleme mit Uhrendesigns eigentlich vertraut: 2009 teilte es dem App-Entwickler Tapbot (von dem etwa Tweetbot stammt) mit, die Uhr in seinem Icon ähnle der von Apple zu sehr. Tapbot fügte sich und änderte sein Icon. Auch gegen ein Bonner Cafe, das einen Apfel als Logo verwendet, ist Apple vorgegangen.

Sensibel reagierte auch Apple auf die “Imitation” seines iPhone und iPad durch Android und ganz besonders Samsung, das deswegen in einem aufsehenerregenden Prozess in San Jose zu einem Schadenersatz von 1,05 Milliarden Dollar verurteilt wurde. Da die Geschworenen aber ein bewusstes Kopieren beanstandeten, fordert Apple laut jüngsten Berichten eine Anhebung der Summe auf das Dreifache.

[mit Material von Josh Lowensohn, News.com]

Neueste Kommentare 

7 Kommentare zu Schweizer Bundesbahnen: Apple nutzt unser Uhr-Design ohne Lizenz

  • Am 21. September 2012 um 13:16 von A. JILKA

    Na ja. Ähnlich schon. Aber das sind prinzip bedingt viele uhren mit weißem zifferblatt. wenn man sich das aber genau anschaut – und rechtsanwälte werden das auch tun – ist es keine wirkliche kopie. allenfalls der sekundenzeiger. es gibt aber folgende unterschiede:
    – die strichdicke der minutenteilung
    – die linienlänge der mintenteilung
    – die länge des minutenzeigers
    – das design der zeiger für minute und stunde: im original konisch, in der kopie rechtwinkelig

    ich bin absolut _kein_ fan des angebissenen apfels, aber es wird wohl nicht reichen. allenfalls könnte man “rechteckige uhr mit abgerundeten ecken” zum patent erklären :-)

    • Am 21. September 2012 um 13:50 von M.Busato

      Apple geht ziemlich aggressiv vor wenn es um Patentverletzungen geht, nur schon wenn es ähnlich aussieht oder die Idee dahinter ähnlich ist. Selber jedoch imitiert Apple seit eh und jeh Produkte anderer.

  • Am 21. September 2012 um 14:00 von Achim

    Im Beispiel ist aber nicht die original SBB-Uhr abgebildet, sondern die legale Kopie von Mondaine.
    Das SBB-Original ist der Apple-Version zum Verwechseln ähnlich, ja eigentlich in allen Details identisch.

    David gegen Goliath – wer hatte damals gewonnen?

  • Am 21. September 2012 um 14:09 von kaltduscher

    Eindeutig KEINE Kopie: Es wird eine vollkommen andere Uhrzeit angezeigt !

  • Am 21. September 2012 um 15:13 von Malchus

    …keine Kopie: Die Zeiger stehen doch ganz anders… ;-)

  • Am 21. September 2012 um 19:44 von Kamikater

    Unwesentliche Designdetails reichen doch aus. Hat Apple mal gesagt.
    Also: weltweites Verkaufsverbot für Appleprodukte, Abermillionen an Schadensersatz und auch sonst die ganz große Keule raus holen.
    Apple hat gezeigt, wie man mit solchen Fällen umzugehen hat.

  • Am 21. September 2012 um 20:39 von felix1

    ich warte jeden tag darauf, dass mercedes bmw verklagt, weil deren autos auch 4 räder haben und sogar vorwärts fahren können…

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *