Studie: Webentwickler vernachlässigen die Sicherheit

Analysten von Forrester kritisieren in einer aktuellen Studie das Sicherheitsbewusstsein von Web-Entwicklern. Rund die Hälfte der befragten Unternehmen in den USA und Europa habe seit dem vergangenen Jahr einen sicherheitsrelevanten Vorfall mit Web-Applikationen erlebt, heißt es. Die Folgen seien oft fatal, auch in finanzieller Hinsicht.

So gaben 18 Prozent der befragten Firmen an, durch ein Sicherheitsproblem mit einer Web-Applikation sei ihnen ein Schaden von 500.000 Dollar und mehr entstanden. Hintergrund ist nach den Erkenntnissen der Forrester-Analysten auch, dass kaum ein Unternehmen das Thema Web-Applikation mit einem ganzheitlichen Sicherheitsansatz angeht.

Hauptgründe sind der hohe Zeitdruck bei der Einführung der Applikationen, zu wenig Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und Sicherheitsexperten sowie ein grundsätzlicher Mangel an effizienten Anreizen für mehr Sicherheit. So gaben 70 Prozent der befragten Firmen an, Entwickler-Leistungen nicht anhand sicherheitsrelevanter Parameter zu messen. 57 Prozent kommunizieren keine Sicherheitsanforderungen, an denen sich Qualitäts- und Sicherheitstests orientieren könnten.

Die Untersuchung hat auch ergeben, dass viele Entwicklerteams schlicht mit der Menge an Code kämpfen, die sie beständig produzieren. Auch deshalb gelinge es nicht, Security-Prozesse konsequent einzuhalten. Um in bessere Sicherheitstechnologien und –Prozesse zu investieren, fehlt in 71 Prozent der befragten Unternehmen das Geld. Gleichzeitig beklagen viele Entwickler aber fehlende Expertise, um solche Tools sinnvoll einsetzen zu können.

Für die Studie haben die Forrester-Analysten im Juli dieses Jahres 240 Entscheider aus dem Bereich Software-Entwicklung gefragt.

Forrester zur Sicherheit von Web-Development

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Studie: Webentwickler vernachlässigen die Sicherheit

  • Am 23. September 2012 um 13:29 von Micha

    Es wird Zeit, Theorie in der Praxis umzusetzen und in Projekten von Anbeginn an Tacheless zu sprechen. Deadlines werden kürzer und mehr und mehr RAD wird gefordert, damit wir, die IT auch die Business Requirements in noch kürzerer Zeit umsetzen können. Es fehlt meines Erachtens nach wie vor an Sensibilisierung auf breiter Front. Ausnutzbare Sicherheitslöcher die zu erfolgreichen Angriffen führen haben für alle Seiten fatale Folgen. Das gilt sowohl für die Dienstleister denen dann der Ruch anhaftet nicht gründlich genug gearbeitet zu haben und ganz besonders für die Opfer des Hackangriffes, sprich für die Auftraggeber. bei Verlust bzw. Kompromittierung von Nutzerdaten ist der Imageschaden gewaltig. Sicherheitsorientierte ganzheitliche Entwicklung dauert länger, sicher! Die Primärkosten sind höher, da Codereviews und Implementierung von Sicherheitskonzepten Zeit erfordern. Sicher ist aber auch, dass die Sekundärkosten geringer ausfallen und alle Beteiligten ruhiger schlafen können. Es bringt nichts initial gespart zu haben. Jede Konzeption, jede Projektplanung, benötigt den Festen Posten SICHERHEIT. Dienstleitern kann empfohlen werden massiv aufzuklären, auch wenn es vielleicht weh tun mag. “Gnadenlose” Projektehrlichkeit bezüglich Codereviews und App – Hardening zahlt sich im Nachhinein ganz sicher aus. Und mal ganz ehrlich: Welcher Dienstleister hat nicht schon einmal sein Konzept zusammengestrichen um einen Gig zu gewinnen? Bitte nicht an der falschen Stelle. Viele bekannte und erfolgreich durchgeführte Angriffe wären zu vermeiden gewesen. Den Auftraggebern sei gesagt: IT ist manchmal teuer, wenn’s gut gemacht wird aber das sind Kosten, die es in Kauf zu nehmen gilt. Das gilt initial, bei Implementierung z.B. einer Branchenlösung und natürlich im weiteren Verlauf des Lebenzyklus einer Applikation z.B. bei Maintenance.

    LG und ein schönes Rest-WE

    Micha

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