LCD-Hersteller AU Optronics soll wegen Preisabsprachen 1 Milliarde Dollar zahlen

Zwei ehemaligen Managern droht zudem eine Haftstrafe von jeweils zehn Jahren. Die Verteidigung ist nur zur Zahlung von maximal 285 Millionen Dollar bereit. Außerdem fordert sie ein wesentlich geringeres Strafmaß für die Ex-Führungskräfte.

Dem taiwanischen Display-Hersteller AU Optronics droht wegen illegaler Preisabsprachen eine Strafzahlung von einer Milliarde Dollar. Für zwei frühere Manager fordert die Staatsanwaltschaft zusätzlich jeweils zehn Jahre Haft.

Ein Geschworenengericht hatte AU Optronics schon Mitte März für schuldig befunden, mit Konkurrenten Preise für LCD-Panels abgesprochen zu haben. Das Urteil richtete sich gegen das taiwanische Unternehmen, seine US-Niederlassung, den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Hsuan Bin Chen und den Senior Vice President Hui Hsiung.

Laut Associated Press handelt es sich um das bisher größte Ausmaß von Preisabsprachen in den USA. In der Anklage hieß es, AU Optronics sei am Aufbau eines internationalen Kartells beteiligt gewesen, um die Preise für LCD-Panel zu bestimmen und zu kontrollieren.

Anwälte des Unternehmens erklärten, man sei lediglich zur Zahlung einer Geldstrafe von maximal 285 Millionen Dollar bereit. Außerdem forderten sie deutlich niedrigere Haftstrafen für die verurteilten Manager, ohne jedoch ein genaues Strafmaß zu nennen. Wann der zuständige Richter ein abschließendes Urteil fällen wird, ist noch nicht bekannt.

Bloomberg zufolge hatten sich Vertreter von AU Optronics heimlich in Hotels, Bars und Teehäusern in Taiwan mit der Konkurrenz getroffen. Sie sollen über einen Zeitraum von fünf Jahren Marktpreise festgelegt haben. Ermittler sagten vor Gericht aus, die Firmen hätten sich aufgrund von Überkapazitäten bei LCD-Panels und einem damit verbundenen Preisverfall von 40 Prozent auf das Komplott eingelassen.

Alle anderen an den Preisabsprachen beteiligten Hersteller erklärten sich für schuldig, um einem Gerichtsverfahren zu entgehen. Dazu gehören Chi Mei Optoelectronics, LG Display und Sharp. Zusammen zahlten sie eine Geldstrafe von rund 860 Millionen Dollar. Samsung Electronics vereinbarte sogar einen Vergleich, noch bevor Anklage erhoben worden war.

Auch in Europa hatten Kartellwächter wegen Preisabsprachen ermittelt. Im Dezember 2010 verhängte die Europäische Union eine Geldbuße von knapp 649 Millionen Euro gegen fünf Hersteller, darunter auch AU Optronics.

AU Optronics ist 2001 aus einem Zusammenschluss von Acer Display Technology und Unipac Optoelectronics hervorgegangen. Es ist einer der größten Hersteller von LCD-Panels für Fernseher und Computermonitore in Taiwan und der viertgrößte LCD-Anbieter weltweit.

[mit Material von Dara Kerr, News.com]

Themenseiten: Business, Displays, Gerichtsurteil

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