Bitcoin-Wechselbörse BitFloor nach Einbruch geschlossen

Virtuelle Münzen im Wert von 250.000 Dollar wurden entwendet. Ein Angreifer kam an ungesicherte Schlüssel in einem Backup. Eine Serie ähnlicher Vorfälle beweist die mangelnde Sicherheit der Wechselbörsen.

Die führende Bitcoin-Wechselbörse der USA ist um den Gegenwert von einer Viertelmillion Dollar beraubt worden. Sie hat ihre Handelsaktivitäten eingestellt, hofft sie aber wieder aufnehmen zu können.

In einem Forumsbeitrag enthüllte BitFloor-Gründer Roman Shtylman die Geschehnisse. Die Börse hatte zwar die Geldbörsen-Schlüssel kryptografisch gesichert, aber gleichzeitig ein unverschüsseltes Backup angelegt. Ein unbekannter Angreifer erlangte Zugang zu diesem Backup und war in der Lage, virtuelle Münzen mit Hilfe dieser Schlüssel zu transferieren. Er brachte damit 24.078,39 BTC in seinen Besitz, was beim aktuellen Bitcoin-Wert von 10,45 Dollar insgesamt 251.600 Dollar entspricht.

Den Dieb aufzuspüren, erscheint so gut wie aussichtslos, da Geldempfänger im Bitcoin-System anonym bleiben und auch nicht kontaktiert werden können. Es gibt daher auch keine zentrale Instanz, die gestohlenes oder falsch überwiesenes Geld wieder zurücküberweisen könnte. Die Währung Bitcoin war 2009 als Peer-to-peer-Zahlungsmittel entstanden, das für offizielle Stellen nicht nachverfolgbar ist, da dezentral und anonym. Um Bitcoins zu erwerben, tauschen Nutzer eine reale Währung auf einer Wechselbörse wie BitFloor gegen sie ein.

BitFloor konnte sich als größte Bitcoin-Wechselbörse der USA etablieren, ist aber weltweit nur die viertgrößte. Betreiber Shtylman hofft, die Börse weiterführen zu können, und verspricht größere Transparenz über die Arbeitsweise. Sollte eine Schließung nicht zu vermeiden sein, will er die Konteninhaber aus den noch verfügbaren Mitteln so weit wie möglich entschädigen. „Ich habe noch immer alle Aufzeichnungen über Konten, Wechselgeschäfte und Überweisungen“, schreibt er. „Ich weiß genau, wie viel an US-Dollar und BTC jeder Nutzer auf seinem Konto hat. Während dieses Angriffs gingen keine Aufzeichnungen verloren.“

Die Bitcoin-Plattform kommt immer wieder durch Betrügereien und Diebstähle ins Gerede, die teilweise auch durch Trojaner ausgeführt wurden. Eine Aufstellung bei BitcoinTalk führt zahlreiche Verluste auf, die den Raubzug bei BitFloor teilweise noch übertreffen. Obwohl Bitcoins als kryptografisch äußerst sicher gelten, ist es um die Sicherheit der Wechselbörsen weniger gut bestellt. Sie sind häufig noch nicht lange aktiv und bauen auf einer Codebasis auf, die für den Austausch von Gegenständen in Online-Spielen entwickelt wurde.

[mit Material von Michael Lee, ZDNet.com]

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