Surfen und telefonieren über LTE: AVM FRITZ!Box 6810 LTE im Praxistest

Für den Internet-Surftest verwendet ZDNet einen Dell Latitude E6520, der mit einem sehr schnellen Quad-Core-i7-Prozessor ausgestattet ist und über das integrierte WLAN-802.11n-Modul Intel Centrino Ultimate-N 6300 AGN im Modus 802.11n mit der Fritzbox 6810 verbunden ist. Der Laptop steht auf dem Tisch, die 6810 LTE auf der Fensterbank, beide im selben Raum. Die LTE-800-Basisstation von Vodafone ist keine 700 Meter vom Fenster entfernt, allerdings besteht keine direkte Sichtverbindung. Die gesamte Strecke ins Internet ist also kabellos. Und ja, diese Messbedingungen sind mit Vorsatz fast optimal, eben um zu sehen, wie gut die Messwerte in der Praxis sein können.

Im Büro brachte diese Messanordnung bei der Hälfte aller Messungen circa 20 MBit/s im Download und 5 MBit/s im Upload. Mehr ist auch nicht drin, da die Vodafone-SIM-Karte lediglich für 21 MBit/s im Download und 5,7 MBit/s im Upload freigeschaltet ist. Klar, dass mit diesem Tarif nicht die vollen 50 MBit/s erreicht werden, die das LTE-800-Netz von Vodafone ansonsten ebenfalls leisten kann, was ZDNet durch etliche Messungen bei zuvor durchgeführten Tests überprüft hat.

Die Gegenfrage nach dem schlechtesten Internetdurchsatz ist müßig: Der Download ging bei den 6810-Tests kurzfristig auch mal weit unter 10 MBit/s und der Upload stotterte zwischendurch bei starker Netzauslastung auch mal kurz bei 0,1 MBit/s. Wer einen sehr guten Internet-Anschluss via DSL, VDSL, TV-Kabel oder Glasfaser bekommen kann, darf in der Regel stabilere Durchsatzraten als über den Mobilfunk erwarten. Wer jedoch nur ein schlechtes oder gar kein DSL an seinen Standort bekommt, oder das VDSL-Feeling auch mobil genießen will, wird von LTE höchstwahrscheinlich begeistert sein.

Inhouse-Telefonie-Test über LTE

LTE taugt allerdings nicht nur zum flotten Surfen, sondern auch zum Telefonieren mit Festnetzkomfort. Das Verfahren nennt sich Voice-over-LTE, kurz VoLTE. Für diesen Test haben wir die 6810 LTE mit Vodafone-SIM-Karte mit drei Berliner 030-Festnetznummern leihweise von AVM bekommen. Wir haben jede Nummer, samt zugehörigem Vodafone-Sprach-Passwort, in die LTE-Box eingetippt. Nach jeder Nummerneingabe checkte die Fritzbox 6810, ob die gerade eingetragene Internet-Telefonnummer auch wirklich funktioniert. Dazu muss noch gar kein DECT-Telefon an der Fritzbox eingebucht sein, das macht der Webserver der 6810 ganz alleine.

Grundsätzlich unterstützt dieses Gespann aus 6810-Router und Vodafone-SIM-Karte laut AVM-Datenblatt sogar bis zu zehn Festnetznummern auf zwei “Leitungen”. Sogar die Mitnahme bestehender Festnetznummern in die 6810-Lösung, alias Rufnummern-Portierung, soll möglich sein.

Zum echten Telefonieren hat ZDNet noch zwei DECT-Schnurlostelefone AVM FRITZ!Fon MT-F verwendet. Damit wurde eine Sprachverbindung zu diversen Handys, Smartphones, VOIP-Telefone und ISDN-Anschlüsse aufgebaut. Die Voice-over-LTE-Telefonie via AVM-Router und Vodafone-LTE-Netz klappte überraschend schnell und klang recht gut.

Anschließend wurde die Lösung noch einem kurzen Reichweitentest unterzogen. Dabei entstand der Eindruck, dass die 6810 LTE am Teststandort keine schlechteren DECT- und WLAN-Reichweiten zeigt, als die früher ebenfalls schon getesteten, baugrößeren Modelle AVM 7270 oder AVM 7390. Das überrascht, denn die 6810 ist im Vergleich zu den älteren Fritzboxen deutlich kompakter.

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Surfen und telefonieren über LTE: AVM FRITZ!Box 6810 LTE im Praxistest

  • Am 4. September 2012 um 15:56 von Stephan

    Vielleicht sollte auch noch erwähnt werden, dass nach dem Verbrauch eines bestimmten Datenvolumens die Geschwindigkeiten herunter geregelt werden.

    Ausschnitt aus Vodafone-Hinweis:
    “Bis zu einem Datenvolumen von 5 GB pro Abrechnungszeitraum bei der 3600-Variante, 10 GB bei 7200, 15 GB bei 21600 und 30 GB bei 50000 steht Ihnen die jeweils größtmögliche Bandbreite bis zu 3,6 / 7,2 / 21,6 / 50 MBit/s zu Verfügung, darüber hinaus max. 384 KBit/s.”

    • Am 10. September 2012 um 21:26 von Jonas

      Genau diese nicht erwähnte Drosslung macht LTE als DSL-Ersatz nutzlos. Was bringt mir auf eine zwar vielfach höhere Geschwindigkeit zu wechseln (von DSL Light auf LTE) aber immer auf das Volumen achten zu müssen damit ich nicht wieder auf den alten Speed zurück falle? Die Volumen sind für einen ernst gemeinten Homeanschluss lächerlich wenn man bedenkt das ein Youtube Video in HD durchschnittlich locker an 700mb ran kommt und ein Volumen von 10/15 und sogar 20 GB da lächerlich ist.
      PS: Ich verbrauche mit DSL Light (384kbit/sec) ca 30gb im Monat mit Verzicht auf HD Videos

      • Am 29. September 2012 um 00:39 von Burki

        Allerdings erfolgt gegenwärtig anscheinend keine Reduzierung der Bandbreite. Ich habe heute etwas über 8 GB bei offiziellen 5 GB-Limit, ohne Reduzierung der Geschwindigkeit verbraucht.

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