Forschungsprogramm für Ostdeutschland „Zwanzig20“ vorgestellt

Bis 2019 will das Bundesforschungsministerium dafür 500 Millionen Euro bereitstellen. Das Programm soll dazu beitragen, strukturelle Schwächen im Bereich Forschung und Entwicklung auszugleichen. Konzepte können bis Anfang April eingereicht werden.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) hat in Dresden gemeinsam mit den Ministerpräsidenten der Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt, Stanislaw Tillich (CDU) und Reiner Haseloff (CDU), das Programm „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ vorgestellt. Damit fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Zeitraum von 2013 bis 2019 den Ausbau von Forschungskooperationen in Ostdeutschland mit bis zu 500 Millionen Euro.

„Wir investieren konsequent in die Zukunft Ost“, sagte Schavan. „Unsere Förderung zielt auf den Ausbau und Aufbau auch international attraktiver Forschungsstandorte. Hier arbeiten Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam daran, innovative Produkte und damit zukunftsträchtige Arbeitsplätze zu schaffen. Ein starkes Fundament für die Zukunft ist gelegt, nun setzen wir unsere Förderung fort.“

Das Förderprogramm verfolgt einen neuartigen Ansatz: Gesucht werden Konsortien, die ostdeutschlandweit von Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie einem oder mehreren Partnern aus den alten Bundesländern gegründet werden. Ziel ist es laut BMBF, „mit dem gebündelten multidisziplinären Know-how ein Zukunftsproblem mit hoher volkswirtschaftlicher Relevanz zu identifizieren und innovativ zu lösen“. So sollen über die Grenzen von Organisationen, wissenschaftlichen Disziplinen und Branchen hinweg neue überregionale und international sichtbare Innovationsstrukturen entstehen.

Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich unterstrich die Bedeutung des Programms als wichtigen Wachstumsimpuls: „Der Freistaat Sachsen hat eine hochmoderne und leistungsfähige Forschungslandschaft, die noch enger mit der Wirtschaft kooperieren sollte.“ Nur durch Innovationen schaffe man die Arbeitsplätze, die das Land langfristig voranbringen würden. „Dass der Bund uns auf diesem Weg erneut unterstützt, ist ein starkes, ein richtiges Signal.“

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff ergänzte: „Als rohstoffarmes Land ist Sachsen-Anhalt auf zukunftsfähige Innovationen angewiesen. Sie sind Voraussetzungen für die nationale wie internationale Konkurrenz- und Wettbewerbsfähigkeit unseres Bundeslandes. Umso größer ist die Bedeutung der öffentlichen Forschungsförderung.“

Die Konzepte, die bis zum 3. April 2013 eingereicht werden können, müssen laut BMBF wirtschaftlich und wissenschaftlich plausibel sein sowie auf hohem innovativen Niveau die Problemlösung und den Weg dorthin darstellen. Die gegründeten Konsortien sind während der Förderphase für weitere Partner offen. Das BMBF wird die Partnersuche online mit einer Partnerdatenbank und einem Marktplatzportal unterstützen. Die eingereichten Initialkonzepte werden durch das BMBF und eine unabhängige Expertenjury voraussichtlich im Juni 2013 bewertet.

Das Programm knüpft an die Förderpolitik des BMBF an, das bereits in den vergangenen zehn Jahren mit der Innovationsinitiative „Unternehmen Region“ und seit 2008 mit dem Programm „Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern“ insgesamt über 1 Milliarde Euro in Kooperationsprojekte investiert hat. Im Rahmen von „Unternehmen Region“ wurden nach Angaben des Ministeriums bis heute rund 400 regionale Bündnisse in Ostdeutschland gefördert.

Der Hightech-Verband Bitkom begrüßt das Innovationsprogramm der Bundesregierung für die ostdeutschen Bundesländer. Gleichzeitig mahnt er aber eine zielgerichtete Verwendung der Mittel an. „Entscheidend für den Erfolg des Programms ist ein starker Anwendungsbezug der geförderten Projekte“, sagte Bitkom-Hauptvorstand Helmut Gassel. „Die Vorhaben sollten sich auf zukunftsträchtige Branchen konzentrieren, in denen ostdeutsche Unternehmen eine Chance auf internationale Markterfolge haben.“ Dies sei vor allem bei der in Sachsen starken Mikroelektronik der Fall.

Themenseiten: Bitkom, Forschung

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