Indien fordert Twitter zu Zensurmaßnahmen auf

Andernfalls droht es mit rechtlichen Folgen. Facebook und Google löschen religiöse Hassbotschaften bereits. Außerdem wurden hunderte Websites blockiert. Der Massenversand von SMS ist nicht mehr möglich.

Die indische Regierung bemüht sich, nach Facebook und Google auch Twitter zu einer Zensur religiöser Provokationen zu bewegen. Falls sich der Mikroblog-Dienst weiter weigert, beanstandete Nachrichten verschwinden zu lassen, droht sie mit rechtlichen Folgen, wie die Times of India berichtet.

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Die Regierung sieht offenbar keine andere Möglichkeit, Konflikte zwischen Muslimen und indigenen Völkern im Nordosten zu verhindern. Ihr zufolge versenden Provokateure aus dem Nachbarstaat Pakistan „Hetzbotschaften und Hasstiraden“, die mit Vergeltungsmaßnahmen für frühere Zusammenstöße drohen. Bei den Unruhen sind bisher 78 Menschen gestorben.

Ende letzter Woche waren schon über 150 Sites gesperrt und der SMS-Massenversand untersagt worden. Am Montag folgten 245 weitere Websites. Facebook kommentierte, es werde Inhalte löschen, die „gegen unsere Regeln verstoßen“. Google sagte dem Wall Street Journal: „Wir haben den Ernst der Lage begriffen und arbeiten weiter eng mit den Behörden zusammen.“ Nur Twitter reagierte bisher nicht.

Twitter hatte im Januar eine Filtertechnik eingeführt, die ihm eine länderabhängige Teilzensur von Tweets ermöglicht. Es wendet sie angesichts von einer Milliarde Tweets alle vier Tage aber nicht proaktiv an, sondern reagiert nach eigenen Angaben erst auf Beschwerden durch Regierungen.

[mit Material von Dara Kerr, News.com]

Themenseiten: Facebook, Google, Indien, Networking, Politik, Soziale Netze, Twitter, Zensur

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