Chinesische Behörden verhaften 165 Mitglieder einer Hackerbande

Chinesische Behörden haben nach eigenen Angaben einen Cybercrime-Ring ausgehoben. 165 Personen wurden verhaftet – darunter Hacker, Urkundenfälscher und Datensammler. Ihnen werden Angriffe auf 185 Regierungssites zur Last gelegt.

China

China Daily zufolge hackten sich die Kriminellen in Websites von Stadt- und Provinzbehörden im ganzen Land ein, um falsche Urkunden und Bescheinigungen auszustellen und verkaufen zu können, wie sie etwa für Arztbesuche oder Kontoeröffnungen nötig sind. Laut Chen Xiaoping, der der Cybercrime-Abteilung der Polizei von Jieyang vorsteht, manipulierten sie auch offizielle Datenbanken. Rief ein Behördenmitarbeiter anschließend persönliche Daten ab, bekam er nicht die wirklichen Daten zu sehen, sondern die des jeweiligen Auftraggebers der Hacker.

Erstmals stellten die Behörden demnach am 8. Dezember 2011 eine Manipulation an den Datensätzen fest – nämlich einen hinzugefügten Link. Diese Spur führte zu zunächst sieben Verdächtigen, die in Nanjing und Heyuan falsche Zertifikate verkauften. Doch schnell weitete sich die Untersuchung aus. Heute glaubt man, dass mindestens 12 der 22 chinesischen Provinzen betroffen sind.

Bisher wurden nicht nur 165 Personen verhaftet, sondern auch 7100 falsche Zertifikate und mehr als 10.000 falsche Stempel sichergestellt. 14 der Verdächtigen sind unter 30 Jahre alt, der jüngste 18. “Sie haben klare Vorstellungen, wie sich Spuren verwischen lassen”, heißt es. “Es kamen ausländische Server und Bankkonten Fremder zum Einsatz.” Die Polizei ermittelt noch und rechnet mit weiteren Festnahmen.

Die falschen Urkunden brachten nach Polizeiangaben je zwischen 4000 und 10.000 Yuan: etwa 500 bis 1250 Euro. Die Kriminellen erwirtschafteten damit mindestens 300 Millionen Yuan (38 Millionen Euro), die von über 30.000 Kunden kamen.

Ein Mitarbeiter des Ministeriums für öffentliche Sicherheit, Xu Jianzhuo, sagte China Daily, die Verfolgung von Cybercrime sei immer noch schwierig. Die Registrierungspflicht mit Klarnamen sei zwar gesetzlich geregelt, werde aber bisher nicht voll umgesetzt. Immer noch könne man sich mit falschen Angaben Zugang zum Internet verschaffen, ohne dass die Zugangsanbieter die Angaben verifizierten.

[mit Material von Jamie Yap, ZDNet.com]

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