FBI verhaftet 24 mutmaßliche Kreditkarten-Hacker

Die Polizei ist ihnen durch verdeckte Ermittlungen auf die Spur gekommen. Agenten gaben sich in einem falschen "Carding"-Forum als Hacker aus. Die längste Haftstrafe, nämlich 37 Jahre, droht einem 22-jährigen Italiener.

Das FBI meldet, dass nach zwei Jahren Ermittlungsarbeit 24 mutmaßliche Kreditkarten-Hacker verhaftet werden konnten. Ihnen wird zur Last gelegt, nicht nur Kreditkartendaten, sondern auch Bankkonten und zur Identifikation verwendete Informationen gestohlen zu haben – Straftaten, für die einzeln schon bis zu 20 Jahre Haft drohen.

Logo des FBI

Die Kriminellen wurden laut Pressemeldung durch eine verdeckte Ermittlung enttarnt. Die Polizeibehörde hatte ein falsches „Carding“-Forum eingerichtet, in dem sich Polizisten als Hacker ausgaben. „Carding“ heißt in der Fachsprache die Aktivität von „Cardern“: Sie versuchen, entwendete persönliche Daten zu Geld zu machen – etwa indem sie Kreditkarten mit gestohlenen Nummern fälschen.

Durch das falsche Forum gelangte das FBI an Postadressen, die sich allerdings meist als leere Wohn- oder Lagerhäuser erwiesen. Über sie und mit den Karten erworbene Produkte spürte es die mutmaßlichen Kriminellen auf. Die 24 Verhaftungen fanden in acht Ländern statt. Zwölf der Verdächtigen identifiziert die Behörde in ihrer Pressemitteilung namentlich. Sie geht davon aus, mit der Verhaftung etwa 400.000 Cyberstraftaten verhindert zu haben.

Die höchste Strafe – 37 Jahre – droht aufgrund der Summe der Vorwürfe Ali Hassan aus Mailand. Der 22-Jährige soll Kreditkartendaten gestohlen haben, die teilweise von einer gehackten Hotelbuchungssite stammten. Im kalifornischen San Diego wurde dagegen Mark Caparelli verhaftet, der auch als „Cubby“ bekannt war. Er stahl Kreditkartendaten und Seriennummern von Apple-Geräten, um wegen eines vorgeblichen Defekts an Ersatzgeräte zu kommen. Vier Geräte von Typ iPhone 4 soll er einem Undercover-Agenten des FBI verkauft haben. Dafür könnte der 20-Jährige zu bis zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt werden.

Die mit 20 Jahren dritthöchste Freiheitsstrafe droht Michael Houge aus Arizona, 21 Jahre alt. Laut Pressemeldung des FBI verkaufte er ein Paket aus Malware und einem Remote-Access-Tool (RAT), mit dem sich fremde Computer infizieren und fernsteuern lassen, für je 50 Dollar. Er rühmte sich im FBI-Forum, selbst 50 bis 100 Computer unter seine Kontrolle gebracht zu haben. Seinen Kunden sei es aber gelungen, tausende zu infizieren.

FBI-Pressemeldung auf Scribd

[mit Material von Donna Tam, News.com]

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Themenseiten: E-Commerce, Federal Bureau of Investigation, Hacker

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