Google-Anleger stimmen Aktienteilung zu

Der unkonventionelle Schritt sichert die Stimmrechte bestehender Aktionäre - allen voran der Gründer Larry Page und Sergey Brin. Der Aktiensplit wird voraussichtlich nicht vor Oktober erfolgen. Denn zuvor muss Google noch einen Rechtsstreit beilegen.

Googles Aktionäre haben gestern auf der jährlichen Hauptversammlung in San Francisco grünes Licht für den ersten Aktiensplit des Unternehmens gegeben. Dabei werden existierende Aktien in eine größere Anzahl neuer Aktien mit geringerem Nominalwert umgewandelt, um den Kurs zu senken und das Papier leichter handelbar zu machen. Dieser unkonventionelle Schritt würde den Gründern Larry Page und Sergey Brin weiterhin die eindeutige Kontrolle über ihr Unternehmen geben.

Das exakte Abstimmungsergebnis hat Google nicht mitgeteilt, wie Associated Press berichtet. Es erklärte lediglich, dass der Plan die Unterstützung der Mehrheit der Anleger gewonnen habe. Er wird jedoch vermutlich nicht vor Oktober in die Tat umgesetzt werden können, weil Google zuvor noch einen Rechtsstreit beilegen muss, der sich gegen die Maßnahme richtet.

Google hatte den Aktiensplit im Verhältnis 2:1 im März angekündigt. Jeder Anteilseigner des Unternehmens erhält zusätzlich ein neues Class-C-Papier, das jedoch kein Stimmrecht gewährt. Diese Aktien sollen künftig auch an Mitarbeiter ausgegeben werden. Google will damit sicherstellen, dass bei einem Verkauf der neuen Anteilsscheine die Stimmverhältnisse nicht verwässert werden und die bestehenden Anteilseigner – allen voran Page und Brin – ihr derzeitiges Stimmrecht behalten.

„Wir haben eine Struktur, die verhindert, dass Außenstehende unsere Entscheidungen übermäßig beeinflussen“, heißt es in einem Brief der Google-Gründer an ihre Aktionäre. Langfristige Investitionen in Produkte wie Chrome und Youtube seien nur durch ein hohes Maß an Unabhängigkeit möglich gewesen. „Wir möchten gewährleisten, dass unsere Unternehmensstruktur unsere Anstrengungen, die Welt zu verbessern, stärkt.“

Ende April klagte jedoch der Investor Brockton Retirement Board in Delaware gegen die Aktienteilung. Er warf Page und Brin vor, dass „sie ihre Macht behalten wollen, während sie große Teile ihrer Aktien verkaufen und Milliardengewinne einstreichen.“ Googles Antwort auf die Klage lautete damals: „Der Aufsichtsrat hat den geplanten Stocksplit lange und gründlich analysiert und ist sich sicher, dass er das Beste für Google und seine Aktionäre ist.“

Larry Page war bei der gestrigen Abstimmung der Aktionäre nicht vor Ort, weil er dem AP-Bericht zufolge seine Stimme verloren hat – im wörtlichen Sinn. Dadurch wird er voraussichtlich auch nicht auf der Entwicklerkonferenz Google I/O in San Francisco sprechen können, auf der der Konzern kommende Woche Neuerungen für Android vorstellen will. Es wird ebenfalls erwartet, dass Page kommenden Monat nicht am Konferenzgespräch zu Googles Finanzergebnissen für das zweite Quartal teilnehmen kann.

[mit Material von Edward Moyer, News.com]

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