Bitkom: Beschäftigung in der ITK-Branche steigt stark an

Im vergangenen Jahr erhöhte sich die Mitarbeiterzahl um 18.000 auf 866.000. 2012 soll sie nochmals um 10.000 zulegen. Vor allem Software-Anbieter und IT-Dienstleister stellen zusätzliches Personal ein.

Der Branchenverband Bitkom hat anlässlich seiner Jahrestagung in Frankfurt aktuelle Daten zur Beschäftigung in der ITK-Industrie veröffentlicht. Demnach wuchs die Zahl der Mitarbeiter 2011 um 18.000 auf über 866.000. Im laufenden Jahr soll sie nochmals um 10.000 zulegen.

„Der Jobmotor im IT-Sektor läuft, vor allem Software-Anbieter und IT-Dienstleister stellen zusätzliche Mitarbeiter ein“, sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf. Innerhalb der Branche komme es dabei zu starken Umschichtungen. Während in der IT im Jahr 2011 die Zahl der Beschäftigten um 22.000 Personen gestiegen sei, sei sie in der Telekommunikation um 3000 gesunken. „Die Telekommunikationsanbieter stehen derzeit unter enormem Preisdruck und haben gleichzeitig zweistellige Milliardeninvestitionen in die Breitbandnetze aufzubringen“, erklärte Bitkom-Vizepräsident und Telekom-Chef René Obermann.

Nach Ansicht des Verbands bleibt der Fachkräftemangel das größte Wachstumshemmnis der Branche. Mehr als jedes zweite Unternehmen (54 Prozent) will in diesem Jahr zusätzliches Personal einstellen. Zwei Drittel der Unternehmen (63 Prozent) leiden nach eigenen Angaben aber darunter, für offene Stellen nicht das geeignete Personal zu finden. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Bitkom unter seinen Mitgliedsunternehmen.

Dem Branchenverband zufolge gibt es in Deutschland derzeit rund 38.000 offene Stellen für IT-Spezialisten, die nicht oder nur sehr schwierig zu besetzen sind. Vor diesem Hintergrund begrüßt der Bitkom die jüngsten Anstrengungen der Bundesregierung, kurzfristig Abhilfe durch eine verstärkte Zuwanderung hochqualifizierter Fachkräfte zu erreichen. Dazu soll unter anderem das neue Zuwanderungsportal „make-it-in-Germany“ dienen. Kempf: „Die internationale Konkurrenz um die besten Köpfe der Welt ist hart, und Deutschland steigt spät in diesen Wettbewerb ein. Umso wichtiger ist, dass wir mit großem Engagement und überzeugend weltweit für Deutschland als Lebens- und Arbeitsmittelpunkt werben.“

Laut dem aktuellen Branchenbarometer des Bitkom ist das Geschäftsklima in der Hightech-Wirtschaft im zweiten Quartal 2012 weitgehend stabil geblieben. Demnach erwarten 69 Prozent der IT- und Telekommunikationsanbieter steigende Umsätze im Vergleich zum Vorjahresquartal. IT-Dienstleister und Software-Häuser sind überdurchschnittlich optimistisch, Telekommunikationsunternehmen geben sich etwas zurückhaltender. Der Bitkom-Index liegt mit 56 Punkten weiterhin auf sehr hohem Niveau und deutlich über dem Ifo-Index für die Gesamtwirtschaft.

Für das Gesamtjahr erwarten fast drei Viertel (73 Prozent) der ITK-Unternehmen steigende Umsätze. „Die Schuldenkrise in Europa und die Turbulenzen an den Finanzmärkten schlagen sich bislang kaum auf den ITK-Märkten nieder“, sagte Kempf. Der Verband bestätigte seine Jahresprognose: Die ITK-Branche wird in diesem Jahr voraussichtlich um 1,6 Prozent auf rund 151 Milliarden Euro zulegen. Sie wächst damit voraussichtlich deutlich stärker als die Gesamtwirtschaft.

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