IBM blockiert Apples Siri in seinen Netzen

Grund: Die Spracheingaben analysiert Apple in einem Rechenzentrum. Die Nutzungsbedingungen schränken die Speicherdauer nicht ein. Auch die Namen im Adressbuch gehen an Apple - um die Erkennungsquote zu verbessern.

IBM erlaubt seinen Mitarbeitern, iPhones im Firmennetzwerk zu nutzen – unterdrückt aber den Sprachassistenten Siri. Das hat IBM-CIO Jeanette Horan diese Woche der MIT Technology Review erklärt. Der Grund: Siri sendet jede Aufnahme zur Analyse an ein Apple-Rechenzentrum in Maiden, North Carolina.

Sprachsteuerung Siri (Bild: Apple).

In der Tat erlauben die Nutzungsbedingungen (PDF) Apple sogar, diese Daten für einen nicht festgelegten Zeitraum zu speichern. Der Anwender erklärt sich durch die Nutzung außerdem damit einverstanden, dass die Namen in seinem Adressbuch an Apple gehen, um die Erkennungsrate zu verbessern.

Die American Civil Liberties Union hat aus diesem Grund schon vor Monaten vor Siri gewarnt. (In den USA laufen außerdem zwei Klagen gegen Siri – aber nicht wegen der Nutzungsbedingungen, sondern nur wegen übertriebener Werbung.)

Verständnis für IBMs Entscheidung hat auch einer der ursprünglichen Entwickler von Siri, Edward Wrenbeck, den Wired befragt hat. Der Schutz der Privatsphäre sei schon immer ein Anliegen bei der Entwicklung Siri gewesen. Für Firmen gebe es Fallstricke: „Schon die Anwesenheit bei einem bestimmten Kunden kann eine Vertraulichkeitsvereinbarung verletzen.“ Allerdings gelte das für alle Arten von Smartphone-Anwendung. „Siri öffnet nun wirklich nicht irgendwelche Übertragungswege, die es vorher nicht gab.“

Ein IBM-Sprecher hat auf Nachfrage, warum sein Unternehmen beispielsweise Google-Dienste nicht aussperre, noch ein wichtiges Kriterium genannt: Mit Siri könne man auch E-Mails oder SMS schreiben. In diesem Fall würden vertrauliche IBM-Mitteilungen möglicherweise auf Apple-Servern gespeichert.

Siri ist aber nicht der einzige Dienst, zu dem IBM seinen Mitarbeitern den Zugang sperrt. Horan nennt hier außerdem sämtliche Filesharingdienste, von Dropbox bis iCloud. Sie hält ihren Ansatz für „außerordentlich konservativ“. Wenn man selbst Smartphones ausgebe, dann seien es Blackberrys.

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