Twitter erläutert seine Tracking-Pläne

Es hat eine neue Datenschutzrichtlinien vorgelegt. Besuchsdaten löscht es nach zehn Tagen, aber Mailadressen und Namen erst nach 18 Monaten. Standort, Provider und Geräte-ID etwa kann es unbegrenzt speichern.

Twitter hat erklärt, wie es Anwender im Internet verfolgen will – und welche Möglichkeiten es ihnen anbieten wird, ein solches Tracking zu verhindern. Daten will es nur sammeln, solange die Nutzer bei ihm eingeloggt sind. Als Hilfsmittel wird es Cookies, Logdateien und Widgets verwenden, wie in einer neuen Datenschutzrichtlinie steht.

Twitter-Logo

Ziel der Datensammlung ist es, „maßgeschneiderte Empfehlungen“ zu liefern, wem ein Anwender folgen könnte. Das hatte der Konzern vergangene Woche gleichzeitig mit der Ankündigung mitgeteilt, er werde den freiwilligen Datenschutzstandard Do Not Track unterstützen.

Konkret heißt es: „Wir können basierend auf Ihren Besuchen von Websites Dritter, die Twitter-Schaltflächen oder Widgets beinhalten, Inhalte auf Sie zuschneiden. Wenn unsere Schaltflächen oder Widgets auf diesen Websites erstmals geladen und angezeigt werden, erhalten wir Log-Daten, einschließlich der Webseite, die Sie besucht haben, sowie einen Cookie, der Ihren Browser identifiziert.“ Diese so genannten „Widget-Daten“ löscht Twitter nach spätestens 10 Tagen.

An anderer Stelle steht, es könnten auch IP-Adresse, Betriebssystem, Mobilfunkprovider, Aufenthaltsort, eine eindeutige Geräte- und Applikationsnummer sowie Suchbegriffe in den Logdaten enthalten sein. All dies wird aber nur erfasst, wenn ein Anwender Twitter aktiv nutzt. In diesem Fall will Twitter die Daten bis zu 18 Monate vorhalten. Selbst dann verspricht es lediglich, die Daten entweder zu löschen oder zumindest Namen, „volle IP-Adresse“ und E-Mail zu tilgen. Das heißt im Klartext, dass es beispielsweise Standort, Provider und Geräte-ID unbegrenzt archivieren kann – ebenso wie Teile der IP-Adresse.

In einem Blogeintrag schreibt Othman Laraki, der bei Twitter für Wachstum und das Ausland zuständig ist, man nutze Widget-Daten ähnlich wie Facebook. „Wir erhalten Besucherinformationen, wenn Sites Twitter-Buttons oder Widgets integriert haben, ähnlich wie andere Web-Unternehmen – etwa LinkedIn, Facebook und Youtube. Indem wir herausfinden, welchen Konten viele Nutzer folgen, die bestimmte Sites besuchen, können wir diese anderen empfehlen, die in den letzten zehn tagen auch auf der bewussten Site waren.“ Facebook ist allerdings der Gegenstand zahlreicher Ermittlungen zu Datenschutzverstößen – gerade in Deutschland.

Das User-Tracking lässt sich vermeiden, indem sich Anwender bei Twitter ausloggen oder in ihrem Browser Do Not Track aktivieren. Nach eigenen Angaben entfernt Twitter im zweiten Fall den Cookie, der den Anwender auf fremden Websites identifiziert.

[mit Material von Tom Espiner, ZDNet UK]

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