Hacker erpressen belgische Bank mit gestohlenen Daten

Es handelt sich um Kreditanträge. Im Erpresserschreiben heißt es: "Wir nennen das Idiotensteuer, die fällig wird, wenn man vertrauliche Daten ungesichert auf einem Webserver ablegt." Die Bank Belfius zahlte nicht - und schaltete die Polizei ein.

Eine Hackergruppe hat vergangene Woche versucht, die belgische Bank Belfius zu erpressen. Sie drohten, die Kundendaten von Elantis publik zu machen, der Darlehenstochter von Belfius. Nur eine Zahlung von 150.000 Euro werde die Veröffentlichung verhindern können.

Cybersecurity

Das bei Pastebin eingestellte Online-Erpresserschreiben stammt vom vergangenen Freitag. Dies war auch direkt der Stichtag für die Zahlung. Belfius weigerte sich – und schaltete stattdessen die Polizei ein. Der Bank zufolge könnten bis zu 3700 Kunden betroffen sein.

Die Hacker behaupten, über Kreditanträge mit vollem Namen der Bewerber, Beruf, Personalausweisnummer, Adresse und Einkommensangaben zu verfügen. In ihrem Brief an Belfius heißt es: „Manche könnten dies Erpressung nennen, aber wir sehen es vielmehr als Idiotensteuer, die fällig wird, wenn man vertrauliche Daten ungesichert auf einem Webserver ablegt.“

Belfius-Sprecherin Moniek Delvou entgegnete: „Wir nennen das Erpressung. Wir werden nicht zahlen.“ Elantis habe außerdem seine Server heruntergefahren und eine US-Sicherheitsfirma mit der Untersuchung des Vorfalls beauftragt. Zu dem Einbruch selbst könne man derzeit nichts sagen. Belfius-Kunden seien aber nicht betroffen: „Es gibt keine Verbindung zwischen den Servern von Elantis und Belfius.“

Übers Wochenende ergänzten die Hacker ihren Brief auf Pastebin um erste Auszüge aus den gestohlenen Daten. Darunter sind Log-in-Daten von Elantis-Mitarbeitern und Kundenmails mit Beschwerden, aber offenbar keine Kreditanträge. Die Erpresser haben auch eine weitere Drohung eingefügt: „Die Frist läuft ab.“

[mit Material von Tom Espiner, ZDNet.co.uk]

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