China blockiert Google Drive

Nur einen Tag nach seinem Start hat die chinesische Regierung den Cloudspeicher blockiert. Auch die Konkurrenten Dropbox und Microsoft SkyDrive sind verboten. Zuletzt hatte die große Firewall aber Risse bekommen.

Die chinesische Regierung hat den Zugriff auf Googles gerade erst gestarteten Cloudspeicher Drive gesperrt. Chinas rund 500 Millionen Internetnutzer können den Dienst damit nicht verwenden. Auch die Konkurrenten Dropbox und Microsoft SkyDrive sind in China verboten – ebenso wie Facebook, YouTube, Twitter, Foursquare und Google+. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua hatte allerdings über den Start von Google Drive berichtet.

Google China

Chinesische Internetnutzer müssen dennoch nicht auf Cloudspeicher verzichten: Wie mit Sina Weibo für Twitter stehen auch hier lokale Alternativen bereit. Das Spieleunternehmen Shanda stellt Onlinespeicher über seinen Dienst Everbox zur Verfügung, und der chinesische Google-Konkurrent Baidu kündigte vergangenen Monat einen Clouddienst namens WangPan an.

Obwohl sich Chinas große Firewall schnell vor Google Drive geschlossen hat, sind in der jüngsten Vergangenheit einige Risse entstanden. Im Februar hatten chinesische Nutzer kurzzeitig Zugriff auf Google+ und überschwemmten Seite von US-Präsident Barack Obama mit Kommentaren. Ein Google-Sprecher erklärte gegenüber News.com, der Suchanbieter habe den Vorfall „eingehend“ untersucht – und keinen Fehler auf seiner Seite festgestellt.

Google hatte seinen lang erwarteten Clouddienst am Dienstagabend vorgestellt. Google Drive bietet 5 GByte kostenlosen Speicherplatz, den zahlende Kunden bis zu 16 TByte erweitern können. Wie beim Konkurrenten Dropbox sind Anwendungen für Mac und Windows zur nahtlosen Einbindung in den Desktop verfügbar. Bei Google Play steht eine App für Android zum Download bereit, während eine Anwendung für iOS-Geräte noch in Arbeit ist. Auch für Linux und Chrome OS wird es eigene Versionen geben.

Anders als bei der Konkurrenz bringt Google Drive aber eine Integration mit Diensten wie Google Docs (Text & Tabellen), Google+ und Google Mail mit. Der Onlinespeicher lässt sich nach Stichworten durchsuchen, aber auch nach Kategorien wie Dateityp, Besitzer oder Aktivität filtern. Dank optischer Zeichenerkennung (OCR) kann Drive eingescannte Dokumente in Text umwandeln. Selbst eine Bilderkennung ist eingebunden, die Motive in Bildern identifizieren soll.

Zum Start von Drive hat Google auch den Speicherplatz von Text & Tabellen sowie Mail erhöht: In Docs stehen Anwendern nun 5 GByte zur Verfügung, in Mail 10 GByte.

[mit Material von Steven Musil, News.com]

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