Anonymous kritisiert Pastebin und startet Alternative

AnonPaste ist mit 256-Bit-AES verschlüsselt und werbefrei. Eine Zensur findet nicht statt: Angeblich enthält die Serversoftware nicht einmal eine Löschfunktion. Auch Verbindungsdaten wie IPs loggt sie nicht.

Anonymous hat den von ihm bisher regelmäßig verwendeten anonymen Publikationsdienst Pastebin wegen Zensur kritisiert. Mit „AnonPaste“ stellt es auch eine Alternative vor, die allerdings im Alpha-Betrieb (aktuell 0.11) läuft. Es betreibt den neuen Dienst gemeinsam mit der People’s Liberation Front (PLF), auf deren Website die Alpha derzeit auch läuft.

Pastebin verzeichnet 200.000 Mitglieder und 17 Millionen Anwender. Es galt lange Zeit als Standarddienst, um erfolgreiche Hacks anzukündigen. Der Betreiber hatte zuletzt aber Bereitschaft gezeigt, Regierungen und Behörden die IP-Adressen seiner Autoren zu liefern. Durchgesickerte Mails zeigten sogar, dass Pastebin sich deutlich gegen Anonymous stellt. Hacker hatten wohl deshalb zuletzt immer öfter Pastebay statt Pastebin verwendet.

Die schlichten Funktionen von anonpaste.tk gleichen denen von Pastebin: Anwender können Texte einstellen und festlegen, wann sie wieder gelöscht werden sollen: nach 10 Minuten, einer Stunde, einem Tag, einem Jahr – oder nie.

Auf AnonPaste lassen sich Texte für einen beliebigen Zeitraum parken (Screenshot: ZDNet).
Auf AnonPaste lassen sich Texte für einen beliebigen Zeitraum parken (Screenshot: ZDNet).

AnonPaste basiert auf einer Open-Source-Software namens ZeroBin. Der Name mit dem englischen Wort für Null darin leitet sich davon ab, dass der Server hier über keinerlei Kenntnisse der veröffentlichten Daten Daten verfügt. Als wichtigste Funktion nennt Anonymous denn auch, dass es keine Logs der Verbindungen gebe. Außerdem würden die Daten mit AES und einer Schlüssellänge von 256 Bit verschlüsselt.

Die Site soll ohne Werbung auskommen. Sie bittet aber um Spenden in Form der virtuellen Währung Bitcoins oder über WePay.

Anonymous verspricht keinerlei Zensur. Die Software biete nicht einmal eine Möglichkeit, um Inhalte zu löschen, heißt es. Dies könnte aber schnell zum Problem werden, wenn Anwender kopiergeschützte Inhalte einstellen und sich der Betreiber weigert, diese auf Beschwerden hin zu löschen.

[mit Material von Emil Protalinski, ZDNet.com]

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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