Apple und Google müssen wegen Abwerbeverbot vor Gericht

Auch Adobe, Intel, Intuit, Pixar und Lucasfilm sind von der Klage betroffen. Richterin Lucy Koh hat einen Antrag auf Abweisung abgelehnt. Sie vermutet betrügerische Absprachen zwischen den sieben Firmen.

Apple, Google und Intel sind mit dem Versuch gescheitert, ein Kartellverfahren wegen Absprachen über Abwerbeverbote abzuwenden. Auch Adobe, Intuit, Pixar und Lucasfilm sind von der Klage betroffen. Die Firmen hatten einen Antrag auf Abweisung gestellt, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Bezirksrichterin Lucy Koh erklärte, die Existenz der Abkommen zwischen den Firmen unterstütze die Folgerung, dass sie auf höchster Ebene verhandelt und abgeschlossen worden seien. „Das Faktum, dass im Geheimen innerhalb von zwei Jahren sechs identische bilaterale Vereinbarungen zwischen sieben Beklagten getroffen worden sind, deutet darauf hin, dass es sich um betrügerische Absprachen handelt und nicht um Zufall.“

Fünf Software-Entwickler hatten eine Sammelklage gegen die Unternehmen auf den Weg gebracht. Sie beschuldigten sie der Verschwörung. Die Konzerne hätten versucht, die Gehälter ihrer Angestellten mit Abwerbeverboten klein zu halten und so den Wettbewerb um Fachkräfte behindert.

Die Vorwürfe ähneln denen, die das US-Justizministerium vor zwei Jahren gegen sechs der sieben Firmen erhoben hatte. Es stufte die Abwerbeverbote Ende September 2010 als „wettbewerbsfeindlich“ ein. Der Pakt hätte auf die „Preisbildungsmechanismen, die sonst im Wettbewerb um Angestellte herrschen, Einfluss genommen“. Mit anderen Worten: Die beteiligten Unternehmen verhinderten einen Anstieg der Gehälter. Adobe, Apple, Google, Intel, Intuit und Pixar verpflichteten sich in der Folge, ihre Absprachen auszusetzen – zunächst für fünf Jahre.

Anlass für die Untersuchung der US-Justiz waren im August 2009 aufgetauchte Informationen gewesen: Demnach hatten Apple und Google Absprachen getroffen, keine Mitarbeiter des anderen Unternehmens abzuwerben. Anonyme Quellen sagten damals gegenüber TechCrunch, es gebe keine schriftliche, formale Niederlegung, und beide Unternehmen begrüßten selbständige Bewerbungen von Mitarbeitern des Konkurrenten. Man habe einander lediglich zugesagt, sich nicht aktiv um Mitarbeiter des jeweils anderen zu bemühen.

[mit Material von Zack Whittaker, ZDNet.com]

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