Mozilla demonstriert Firefox für Metro-Oberfläche von Windows 8

Sie basiert auf dem XUL-Code von Firefox für Android. Die Oberfläche des Browsers will Mozilla noch überarbeiten. Ohne eine Metro-Version befürchtet das Unternehmen, den Status als Standardbrowser und damit Marktanteile zu verlieren.

Mozilla hat einen ersten funktionsfähigen Prototyp seines Browsers Firefox für die Metro-Oberfläche von Windows 8 vorgestellt. Laut Programmierer Brian Bondy basiert er auf der Firefox-Version für Android und bietet derzeit noch deren Look and Feel. Es sei aber schon möglich, im Internet zu surfen, Tabs zu öffnen, Lesezeichen anzulegen und Einstellungen vorzunehmen.

„Es gibt noch einige offene Design-Fragen“, schreibt Bondy in einem Blogeintrag. Auch die Plattformintegration stehe noch am Anfang. Die Oberfläche der Vorabversion werde sich noch ändern, und man habe sich noch nicht mit Rückmeldungen zum Nutzererlebnis befasst.

Die Metro-Version von Firefox hatte Mozilla Mitte Februar angekündigt. Der Prototyp konnte so zügig entwickelt werden, da das Team auf die vorhandene Mobilversion von Firefox namens Fennec zurückgreifen konnte. „Der Prototyp basiert in seiner jetzigen Form auf dem Fennec-XUL-Code“, erklärte Bondy. „Wir haben Fennec XUL für Android verwendet, sind aber dann zu einem nativen Userinterface für Android gewechselt, um den Start der Anwendung zu beschleunigen.“ Unter Windows seien bisher aber nicht dieselben Probleme wie unter Android aufgetreten, nicht einmal in virtuellen Maschinen.

Der Prototyp unterstützt unter anderem auch die sogenannten Windows 8 Contracts, die eine Interaktion und einen Austausch von Daten zwischen Metro-Anwendungen erlauben. Beispiele sind Bondy zufolge der Contract für die Windows-8-Suche, der es der Metro-Version von Firefox ermöglicht, Anfragen zu verarbeiten, die in das Suchfeld des Betriebssystems eingegeben werden. Die Integration des Share Contract wiederum bedeutet, dass sich in Firefox für Metro geöffnete Seiten mit anderen Apps wie Mail sowie einem Twitter- oder Facebook-Client teilen lassen.

In seinem Blogeintrag beschreibt Bondy auch, warum Mozilla an einer Metro-Version seines Browsers arbeitet. „Wenn ein Browser Metro nicht unterstützt, dann ist das Risiko sehr hoch, den Status als Standardbrowser und damit auch signifikante Marktanteile zu verlieren.“

Microsoft hat bei der Entwicklung seines Metro-Browsers einen Vorsprung von rund sechs Monaten. Firefox für Metro soll noch 2012 erscheinen. Außer Mozilla will auch Google eine Browserversion für die neue Oberfläche von Windows 8 zur Verfügung stellen.

[mit Material von Ed Bott, ZDNet.com]

Mozillas Prototyp für Metro basiert auf der Android-Version von Firefox (Bild: Mozilla).
Mozillas Prototyp für Metro basiert auf der Android-Version von Firefox (Bild: Mozilla).



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Stefan Beiersmann
Autor: Stefan Beiersmann
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