Neue Samsung-Tochter übernimmt auch OLED-Geschäft

Wider Erwarten kümmert sich Samsung Display nicht nur um LCDs. Im Juli soll es mit Samsung Mobile Display zusammengeführt werden. CEO des ausgegliederten Geschäftsbereich ist sein bisheriger Leiter Donggun Park.

Samsung Electronics hat seine LCD-Produktion wie geplant in ein neu gegründetes Tochterunternehmen namens Samsung Display ausgelagert. Es nimmt am 3. April den Betrieb auf, wie der Mutterkonzern mitteilte.

Sony-TV mit Display von S-LCD

CEO von Samsung Display wird demnach Donggun Park, bisher Executive Vice President und Leiter von Samsungs LCD-Sparte. Nach Unternehmensangaben belief sich der Umsatz des Bereichs im Jahr 2011 auf 22,7 Billionen Südkoreanische Won (rund 15,1 Milliarden Euro). Damit sei Samsung Display über Nacht der größte Bildschirmhersteller der Welt geworden – mitsamt seiner 20.000 Mitarbeiter und fünf Produktionsstätten weltweit.

Vor seiner Abspaltung verbuchte Samsungs Display-Sparte allerdings 0,75 Billionen Won (500 Millionen Euro) Verlust. Im traditionell verkaufsstärksten vierten Quartal belief sich das Minus auf 0,22 Billionen Won (100 Millionen Euro), dem Einnahmen in Höhe von 8,55 Billionen Won (5,7 Milliarden Euro) gegenüber standen. Samsung zufolge verbesserte sich der Umsatz im Jahresvergleich dennoch um 19 Prozent.

Wider Erwarten haben die Koreaner auch ihr Geschäft mit organischen Leuchtdioden (OLED) der Tochter übertragen. Samsung Display wird sich vorrangig darauf konzentrieren, OLED-Bildschirme voranzubringen, wie die Korea Times berichtet. Demnach wird es zwar auch in Zukunft separate Abteilungen für OLED und LCD geben, aber unter dem Dach von Samsung Display.

Darüber hinaus will Samsung am 1. Juli Samsung seine neue Tochter mit Samsung Mobile Display (SMD) zusammenführen, wie das koreanische Onlinemagazin Hankyung berichtet. Zudem sind Umstrukturierungsmaßnahmen geplant, wie ein Unternehmenssprecher der Zeitung bestätigte.

Nach Angaben von Hankyung hält Samsung Electronics 100 Prozent an Samsung Display sowie 64,4 Prozent an SMD. Der Rest – 35,6 Prozent – gehören einer weiteren Tochter: Samsung SDI. Wettbewerbsrechtliche Probleme mit dem Zusammenschluss der Firmen im Juli wird es demnach also nicht geben. Samsung ist erst seit Januar allein für das Geschäft mit Flüssigkristallbildschirmen verantwortlich, nachdem es seinen früheren Partner Sony abgefunden hatte.

Das LCD-Geschäft hatte Samsung früher mit Sony unter dem Namen S-LCD als Joint Venture betrieben. Es versorgt in beiden Konzernen Fernseher, Mobiltelefone und Heimelektronik mit den benötigten Displays. Samsung kündigte Ende vergangenen Jahres dann an, Sonys Anteil für 940 Millionen Dollar aufzukaufen. Das Geschäft wurde im Januar 2012 abgeschlossen. Sony hofft so, seine Fernsehersparte zu sanieren, während Samsung den umgekehrten Weg geht, indem es die volle Kontrolle über die Bildschirmproduktion an sich gerissen hat.

Themenseiten: Business, Displays, Hardware, OLED, SDI, Samsung

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