Auch Briten gehen gegen Apple wegen LTE-Werbung vor

Die Werbeaufsicht ASA hat einige Beschwerden von Nutzern erhalten. Auch in Großbritannien lässt sich die LTE-Funktion des neuen iPad nicht nutzen. 2008 hatte die Behörde schon einen Werbespot von Apple verboten.

Die britische Werbeaufsicht ASA hat bestätigt, dass sie Beschwerden über das neue iPad nachgeht. Auch in Großbritannien wird das Gerät LTE nicht unterstützen, weil wie in Deutschland und Australien andere Frequenzen genutzt werden. In Europa verwenden die Mobilfunk-Provider Frequenzbänder um 800, 1800 und 2600 MHz. Das neue iPad benötigt allerdings 700 MHz oder 2100 MHz für LTE.

Eine Sprecherin der Advertising Standards Authority sagte gegenüber ZDNet UK, man habe bisher „zwei oder drei“ offizielle Beschwerden erhalten. Die Behörde wird jetzt Apples Werbungen auf ein etwaiges Fehlverhalten des Unternehmens hin untersuchen.

iPad 3

Es wäre nicht das erste Mal, dass die ASA gegen eine Werbung von Apple vorgeht: Im Sommer 2008 hatte die Behörde einen TV-Spot verboten, weil er angeblich irreführende Werbeaussagen enthielt. Zwei Fernsehzuschauer hatten bei der ASA Beschwerde eingelegt, weil der TV-Spot „Alle Seiten des Internet“ suggeriere, dass mit dem iPhone jegliche Webinhalte genutzt werden könnten, obwohl das Apple-Handy weder Java noch Flash beherrscht.

Australischen Käufern des neuen iPad hat Apple unterdessen eine Entschädigung zugesagt. Viele Kunden hatten sich getäuscht gefühlt, weil das Gerät als LTE-fähig beworben wird, die australischen 4G-Netze aber nicht unterstützt.

Apples Anwalt Paul Anastassiou betonte Berichten zufolge allerdings auch, dass man niemals behauptet habe, das Tablet unterstütze das von Telstra in Australien betriebene 4G-Mobilfunknetz. Apple habe zudem vorgeschlagen, auf seiner Website und auch in seinen Stores genauer auf die Kompatibilitätsprobleme hinzuweisen und betroffene Kunden per E-Mail über eine nachträgliche Erstattung zu informieren.

Einen Tag zuvor hatte die australische Wettbewerbsbehörde ACCC angekündigt, den iPad-Hersteller wegen Verstößen gegen Bestimmungen zum Verbraucherschutz zu verklagen. „Verbraucher, die ein ‚iPad mit WLAN + LTE‘ gekauft haben oder darüber nachdenken, sollen sicherstellen, dass sie verstehen, wie die mobilen Datennetzwerke funktionieren, auf die das iPad via SIM-Karte zugreifen kann“, hieß es vonseiten der Wettbewerbshüter.

Auch in Deutschland ist die LTE-Funktion des neuen iPad nutzlos, wie Apple Anfang März bestätigte. Sie kann mit den Netzen von Vodafone und Telekom nicht genutzt werden. Dadurch fällt der Geschwindigkeitsvorteil im Vergleich zum bisherigen iPad hierzulande deutlich geringer aus als in den USA oder Kanada.

Apple bietet die dritte iPad-Generation in zwei Varianten an: eine, die nur WLAN unterstützt, und eine, die auch auf Mobilfunknetze zugreifen kann. In Nordamerika kommt das neue iPad auch mit den höheren Geschwindigkeiten der nächsten Mobilfunkgeneration LTE zurecht. Wo 4G nicht verfügbar ist, nutzt das neue iPad 3G-Mobilfunk (UMTS).

[mit Material von Ben Woods, ZDNet UK]

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Themenseiten: Apple, Business, Hardware, LTE, Mobile, iPad

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