O2 muss Daten von über 9000 Torrent-Nutzern herausgeben

Das hat ein Richter des obersten britischen Gerichts entschieden. Zwei Filmfirmen haben sich die IP-Adressen von mutmaßlichen Urheberrechtssündern besorgt. Sie wollen die Nutzer abmahnen.

O2 ist in Großbritannien gerichtlich aufgefordert worden, die Daten von bis zu 9124 Breitbandkunden auszuhändigen. Das hat Richter Justice Arnold vom High Court angeordnet. Antragsteller sind die beiden Pornofilmunternehmen Golden Eye und Ben Dover Productions.

Recht im Netz

Nach Angaben der Filmfirmen haben O2-Kunden via Bittorrent Urheberrechtsverletzungen begangen. Sie sollen über P2P-Netze Pornos heruntergeladen und verteilt haben. Schon auf der Homepage von Golden Eye heißt es aber: „Wenn Sie dies lesen, haben Sie unsere Rechte ziemlich sicher schon verletzt. Wenn Sie sich mit uns außergerichtlich einigen wollen, klicken Sie hier.“

Golden Eye und Ben Dover verlangten von O2 Namen und Adressen zu bestimmten IP-Adressen. Mit Hilfe eines Diensts des IT-Beraters Alireza Torabi hatten sie über 9000 IP-Adressen ausfindig gemacht, deren Besitzer die Urheberrechtsverletzungen begangen haben sollen.

Zudem wollte Golden Eye, das Filme von Ben Dover lizenziert, eine Abmahnung in Höhe von 700 britischen Pfund an die mutmaßlichen Urheberrechtssünder verschicken. Richter Arnold erklärte den Betrag für zu hoch und kürzte ihn auf 70 Pfund. Gleichzeitig wies er die Klagen von zwölf kleineren Produktionsfirmen ab, die ebenfalls Schadenersatz gefordert hatten, wie Ars Technica berichtet.

Als Verteidiger der nicht namentlich genannten Abonnenten trat Consumer Focus auf – eine Verbraucherschutzorganisation, die im Frühjahr 2013 abgeschafft werden soll.

[mit Material von Tom Espiner, ZDNet.co.uk]

Themenseiten: Gerichtsurteil, Internet, Kommunikation, O2, Tauschbörse, Telekommunikation, Torrent, Urheberrecht

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