Handy-Spionage-Ausrüstung: ZTE will Geschäfte mit dem Iran einschränken

Angeblich liefern die Chinesen ohnehin nur Standard-Equipment und sind ein kleiner Player. Reuters hatte das Gegenteil berichtet. Via ZTE sollen auch ITK-Systeme von US-Herstellern trotz Embargo nach Persien gelangt sein.

Der chinesische Telekommunikationsausrüster ZTE hat ZDNet Asia informiert, dass er den Iran nur mit „Standard-Ausrüstung“ beliefert. Dies nimmt Bezug auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, der zufolge ZTE die iranische Telekom mit Überwachungssystemen für Mobilfunk, Festnetz und Internet ausgestattet hat. So konnte der Iran das von den USA angeführte Embargo umgehen.

Flagge des Iran

„Unser hauptsächlicher geschäftlicher Fokus im Iran ist, Standard-Kommunikation und Netzwerklösungen für den professionellen Einsatz zu stellen, mit denen Netzbetreiber ihre Ausstattung verbessern können“, heißt es in einer Mail von ZTE. „Wir sind ein kleiner Marktteilnehmer im Iran und verkaufen dort nur die Ausrüstung, die wir anderswo auch anbieten. Künftig grenzen wir unsere geschäftliche Entwicklung im Iran ein.“ Auf Nachfrage, was der letzte Satz bedeute, hieß es: „Die Einzelheiten dieses Prozesses werden derzeit überarbeitet, die Details stehen noch nicht fest.“

Reuters hatte von einem Vertrag im Wert von 98,6 Millionen Euro zwischen ZTE und der Telecommunication Company of Iran (TCI) berichtet. Er sei im Dezember 2010 unterzeichnet worden und gewähre dem Iran Zugriff auf „komplexe Technik“, um etwa Dissidenten zu überwachen – trotz der eigentlich weltweit gültigen Sanktionen. TCI hat demnach „fast ein Monopol“ auf den iranischen TK-Markt und leitet einen Großteil des Internetverkehrs durch seine Netze.

Doch auch an US-Ausstattung ist der Iran noch 2011 gelangt, wie Reuters berichtet. Die Agentur verweist auf einen Lieferschein von ZTE, der vom 24. Juli dieses Jahres datiert und Produkte von Microsoft, HP, Oracle, Cisco, Dell, Juniper sowie Symantec beinhaltet. Der chinesische Hersteller fungierte demnach als Hintertür. Mehrere der betroffenen US-Hersteller haben interne Nachforschungen gestartet, um die Herkunft der Waren zu klären.

Vergangenen Monat hatten US-Politiker schon zu einer Untersuchung von Huawei aufgerufen. Auch dieser chinesische Telekom-Ausstatter soll trotz Embargo von 2010 kritische technische Systeme an den Iran geliefert haben. Huawei kommentierte nur, die Politiker seien auf ungenaue Medienberichte hereingefallen.

[mit Material von Ellyne Phneah , ZDNet Asia]

Themenseiten: Business, China, Hardware, Kommunikation, ZTE, Zensur

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