CeBIT: Verdi plant Nahverkehrsstreiks in Hannover

Am 8. März, dem dritten Messetag, wird der Betrieb von Bussen und Bahnen der Üstra zum Erliegen kommen. Es sollen aber Ersatzbusse eingesetzt werden. Zudem plant die Messeleitung eine Mitfahr-Aktion: Bürger sollen Gäste mit dem Auto mitnehmen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat für kommenden Donnerstag, den dritten Tag der diesjährigen CeBIT in Hannover, die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zu ganztätigen Warnstreiks aufgerufen. Auch die Angestellten des hannoverschen Nahverkehrsbetriebs Üstra werden sich an den landesweiten Aktionen beteiligen. Daher wird der Betrieb von Bussen und Bahnen am 8. März zum Erliegen kommen.

Das Tochterunternehmen Üstra Reisen, das nicht von dem Streik betroffen ist, wird nach Angaben der Verkehrsbetriebe einen Ersatzverkehr mit rund 40 Bussen zur CeBIT organisieren. Sie sollen zwischen dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) und dem Endpunkt Messe Nord pendeln. Auch die S-Bahn wird wie gewohnt zwischen Hauptbahnhof und Messegelände verkehren.

Der Vorstand der Üstra kritisierte die geplante Streikmaßnahme der Gewerkschaft scharf. „Ein 24-stündiger Warnstreik – noch dazu zur CeBIT – schädigt den Ruf von Hannover über die Grenzen der Stadt hinweg“, sagte André Neiß, Vorstandsvorsitzender der Üstra. Für diese unangemessene Maßnahme würden die Streikenden von keiner Seite Verständnis erwarten können. Unter dem Streik hätten über 500.000 Fahrgäste zu leiden, die die Üstra für diesen Tag erwarte, darunter Zehntausende CeBIT-Besucher. „Wir prüfen daher, diesen unverhältnismäßigen Streik mit einer einstweiligen Verfügung gerichtlich verbieten zu lassen“, so Neiß weiter. Zudem wies er darauf hin, dass der derzeit gültige Tarifvertrag erst zum 29. Februar abgelaufen sei und nun schon nach dem ersten Verhandlungsgespräch ein Warnstreik erfolgen solle.

Verdi-Landesleiter Detlef Ahting bezeichnete das Verhalten der Arbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde am 1. März hingegen als „reine Provokation“. „Sie haben überhaupt kein Angebot vorgelegt, im Gegenteil: Sie erwarten von uns, dass wir unsere Gehaltsforderung von 6,5 Prozent, mindestens aber 200 Euro, reduzieren, bevor sie mit uns weiter verhandeln. Das ist schon ein Ding aus dem Tollhaus!“

Ernst Raue, CeBIT-Vorstand der Deutschen Messe AG, brachte sein Unverständnis zum Ausdruck, „dass ausgerechnet während der CeBIT gestreikt werden soll“. Zugleich rief er die Hannoveraner zur Mithilfe auf: „Wir wollen zusammen mit den Menschen in Hannover eine Rote-Punkt-Aktion starten, also spontane Mitfahrgelegenheiten für Messegäste – Fahrer und Mitfahrer erkennen sich am roten CeBIT-Punkt.“

Messegäste, die am Donnerstag zur CeBIT wollen, können sich mit dem roten CeBIT-Punkt (PDF) am Straßenrand kenntlich machen. Autofahrer, die bereit sind, Messegäste Richtung Messegelände, Hildesheimer Straße oder Hauptbahnhof mitzunehmen, sollen sich den roten CeBIT-Punkt hinter die Windschutzscheibe legen. Auf diese Weise sollen Fahrer und Mitfahrer schnell zusammenfinden.

Themenseiten: Business, CeBIT, Deutsche Messe, Messe

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