Twitter gibt Nutzerdaten an Strafverfolger weiter

Es handelt sich um Informationen über den Inhaber des Kontos "@pOisAnON". Twitter händigt die Daten erst aufgrund eines Gerichtsbeschlusses aus. Nach einer ersten Aufforderung der Staatsanwaltschaft hatte sich das Unternehmen noch geweigert.

Twitter hat persönliche Daten des Inhabers des Kontos „@pOisAnON“ an die Polizei in Boston übergeben. Das bestätigte der Sprecher Matt Graves dem Boston Globe. Das Konto soll einer Person gehören, die sich selbst „Guido Fawkes“ nennt. Die Herausgabe der Informationen erfolgte im Rahmen eines laufenden Ermittlungsverfahrens, das indirekt im Zusammenhang zu den Occupy-Protesten in Boston steht.

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Damit endet ein heftiger Streit zwischen der Polizei in Boston und der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) über die Offenlegung der Daten. Die Strafverfolger hatten argumentiert, Twitter könne Name und IP-Adresse des Kontos zur Verfügung stellen, was ein wichtiger Teil der Ermittlungen sei. Die ACLU hielt dagegen, die Weitergabe sei ein Verstoß gegen den ersten Zusatzartikel der US-Verfassung, der unter anderem die Rede- und Versammlungsfreiheit garantiert.

Im Dezember hatte der Staatsanwalt von Suffolk County die IP-Adressen von @pOisAnON und @OccupyBoston sowie Informationen über „Guido Fawkes“ und die Twitter-Hashtags „#BostonPD“ und „#d0xcak3“ bei Twitter angefordert. Obwohl der Staatsanwalt Twitter aufforderte, die Anfrage vertraulich zu behandeln, informierte das Unternehmen den Nutzer @pOisAnON. Graves sagte damals, Twitter habe sich an seine Datenschutzbestimmungen gehalten, die das Unternehmen dazu zwinge, Nutzer über derartige Anfragen zu informieren.

@pOisAnON kündigt daraufhin an, er werde sich gegen die Herausgabe der Daten wehren. „Sie können tun, was sie wollen, um Anonymous aufzuhalten, aber Sie werden eines schnell lernen. Einer von uns ist nicht annähernd so hart wie alle von uns. Sie können keine Idee verhaften. Sie können keine Hashtags vorladen.“

Trotz der Aufforderung der Staatsanwaltschaft weigerte sich Twitter, Informationen über @pOisAnON preiszugeben. Daraufhin entbrannte ein Rechtsstreit zwischen der ACLU und der Staatsanwaltschaft in Suffolk County. In der vergangenen Woche entschied schließlich Superior Court Judge Frances McIntyre zugunsten des Staatsanwalts.

Weder Twitter noch das Büro des Staatsanwalts teilten mit, welche Daten das Social Network aushändigen muss. Das Twitter-Konto von @pOisAnON ist derzeit deaktiviert.

Der Name „PoisAnon“ wird auch von Mitgliedern der Hackerkollektive Anonymous und Team Poison verwendet. Anfang Dezember hatten sie eine von der Occupy-Bewegung inspirierte gemeinsame Kampagne namens „Robin Hood“ angekündigt. Sie wollten Kreditkarten stehlen, damit Geld abheben und es an Arme verteilen.

[mit Material von Don Reisinger, News.com]

Themenseiten: Internet, Networking, Privacy, Soziale Netze, Twitter

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