HP entlässt 270 WebOS-Mitarbeiter

Angeblich braucht man künftig nur noch ein kleines, bewegliches Team. Damit lassen sich die langfristigen Ziele HP zufolge besser umsetzen. WebOS-Chef Jon Rubinstein ist schon weg.

Hewlett-Packard hat 270 Mitarbeiter entlassen, die mit dem Handheld-Betriebssystem WebOS beschäftigt waren. Dies berichtet The Verge. Als Grund nennt es Kosteneinsparungen. Der Schritt lässt allerdings an HPs vorgeblichem Engagement für das einst mit Palm übernommene Betriebssystem zweifeln.

HP WebOS

Laut dem Bericht „benötigt HP viele der Stellen im Bereich Entwicklung und anderen nicht mehr, die früher notwendig waren.“ Das Projekt soll durch eine Open-Source-Community weitergeführt werden. Ob Hobby-Entwickler allerdings langfristig dediziertes Personal ersetzen können, erscheint zweifelhaft. HP hat gegenüber The Verge die Stellungnahme abgegeben, man wolle ein „kleineres und damit beweglicheres Team schaffen“, das langfristig HPs Ziele für WebOS besser umsetzen könne.

Einige der betroffenen Mitarbeiter will HP in anderen Unternehmensbereichen einsetzen. WebOS-Chef Jon Rubinstein hat das Unternehmen allerdings schon verlassen, wie vorgestern bekannt wurde. Er gilt einigen ehemaligen Mitarbeitern als mitverantwortlich für das Scheitern von WebOS: Seine Entscheidung, die Browser-Engine WebKit zu nutzen, habe zu im Vergleich zu iOS langsamen Apps geführt.

HP hatte im Juli 2010 Palm für 1,2 Milliarden Dollar übernommen und war so auch in den Besitz des Smartphone-Betriebssystems gekommen. Allerdings gelang es ihm ebenso wenig wie Palm, WebOS als Konkurrenz zu Googles Android und Apples iOS zu positionieren. Im August 2011 gab HP dann die Weiterentwicklung des Tablets TouchPad und der Smartphones Pre und Veer auf. Das Tablet war zu dem Zeitpunkt erst seit sieben Wochen im Handel. Beim anschließenden Ausverkauf entwickelte sich das nur noch 99 Dollar teure TouchPad zu einem Bestseller.

Anfang Dezember entschied die neue HP-Chefin Meg Whitman, WebOS als Open-Source-Projekt weiterzuführen. Zuvor soll der Computerhersteller versucht haben, das Mobilbetriebssystem für 1,2 Milliarden Dollar zu verkaufen. Zu den Interessenten zählten unter anderem Amazon, Intel, Facebook, RIM und Samsung.

[mit Material von Daniel Terdiman, News.com]

Themenseiten: Betriebssystem, Business, Hewlett-Packard, Mobil, Mobile, Palm, Smartphone, Tablet

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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