Island empfiehlt sich als Standort für ökologische Rechenzentren

Island möchte als Standort für Rechenzentren seine natürlichen Ressourcen nutzen. Das hat Außenminister Ossur Skarpheoinsson ZDNet UK erklärt. „In Zukunft werden Rechenzentren eine der Hauptmöglichkeiten sein, Islands grüne Energie ins Ausland zu liefern.“

Island gewinnt Strom aus Erdwärme und Wasserkraft, wovon bisher nur seine drei Aluminumfabriken im großen Stil profitieren. „Meine Vision ist, dass wir uns in diesem Jahrhundert von den für uns wichtigen Aluminiumschmelzen weg und zu einer grünen Wirtschaft hin bewegen“, sagte der Außenminister. Islands Problem: Im Gegensatz zu Öl oder Gas lassen sich regenerative Energien schlecht exportieren, auch wenn einige Konzerne an einem gewaltigen Untersee-Stromkabel nach Europa arbeiten. Dieses Projekt könnte sich noch Jahrzehnte hinziehen.

Island gewinnt große Mengen Strom aus Goethermie und Wasserkraft, der sich schlecht exportieren lässt (Bild: isländisches Außenministerium).
Island gewinnt große Mengen Strom aus Geothermie und Wasserkraft, der sich schlecht exportieren lässt (Bild: isländisches Außenministerium).

Die isländischen Stromversorger sind ebenfalls optimistisch. Einer davon, Landsvirkjun, will in zehn Jahren ein Prozent des für europäische Rechenzentren nötigen Stroms liefern – etwa 160 Megawatt. Die Kunden wirbt man durch langfristige Verträge an. Der Rechenzentrumsbetreiber Verne Global beispielsweise hat mit Landsvirkjun einen Versorgungsvertrag mit 20 Jahren Laufzeit abgeschlossen. So etwas ist nach seiner Darstellung derzeit in keinem anderen europäischen Land denkbar.

Landsvirkjun gibt sich flexibel: 10 Megawatt könne man an den meisten Standorten Islands binnen einem Jahr bereitstellen. Auf dem europäischen Festland sei das bestenfalls nach 18 Monaten bis drei Jahren möglich – und dann wohl kaum mit Ökostrom.

Bedenken gibt es wegen der großen Entfernung. „Es ist eines, ein Rechenzentrum in einem Land aufzustellen, das man nicht gut kennt. Aber etwas anderes ist ein Standort, an dem man bisher noch nicht einmal eine Geschäftsadresse hat“, sagt etwa Steve Wallage, Managing Director bei Broadgroup Consulting.

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