Anonymous hackt Assads Mailverkehr

Die Aktivisten haben Hunderte Mails veröffentlicht. Einige Berater des syrischen Präsidenten sollen Passwörter wie "12345" verwendet haben. Die Mails enthalten von ihnen empfohlene Formulierungen für ein Interview mit dem US-Fernsehsender ABC.

Anonymous hat dem Mailserver des umstrittenen syrischen Präsidenten Baschar al Assad gehackt und hunderte Nachrichten veröffentlicht. Einige davon offenbaren, wie Assad auf ein Interview mit ABC-Journalistin Barbara Walters vorbereitet wurde.

Logo von Anonymous

In dem Interview ging es um das zunehmend rabiate Vorgehen der syrischen Regierung gegen Demonstranten. Assad leugnete darin mehrfach, dass Zivilisten ermordet worden waren. Assad zu Walters: „Keine Regierung der Welt würde ihr Volk ermorden, außer sie wird von einem Irren angeführt.“

Der von Anonymous veröffentlichte Mailverkehr zeigt, dass Assad auf Walters‘ Fragen von seinem Beraterstab detailliert vorbereitet worden war. Haaretz berichtet, dass einige dieser Berater aber das beliebte Passwort „12345“ verwendet hätten und Anonymous so relativ leicht Zugang bekam.

Beispielsweise empfahl Sheherazad Jaafari, die in Syriens Delegation bei den Vereinten Nationen arbeitet: „Es ist von äußerster Bedeutung und erwähnenswert, dass anfangs ‚Fehler‘ gemacht wurden, weil wir keine gut organisierte ‚Polizei‘ hatten. Die amerikanische Seele lässt sich leicht dadurch beruhigen, dass es ‚Fehler‘ gab, die wir jetzt ‚beheben‘. Man sollte auch erwähnen, was an der Wall Street passiert und wie dort Demonstranten durch Polizei, Polizeihunde und Schläge unterdrückt werden.“

Jaafari schlug Assad zudem als Aussage gegenüber Walters vor: „In Syrien gibt es keine Anweisungen, Menschen zu foltern, anders als in den USA, wo es Kurse und Schulen gibt, wo Polizisten das Foltern lernen.“

Die israelische Zeitung hat eine der E-Mails als PDF zugänglich gemacht. Der Download ist in Form von zwei Dateien möglich: als Screenshot und als Text.

Themenseiten: Anonymous, E-Mail, Hacker, Politik

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