Apple warnt vor Manipulationen der App-Store-Charts

Erwischten Entwicklern droht der Ausschluss aus dem App Store. Unzulässig sind fingierte Nutzerrezensionen und durch Bots gesteigerte Downloadzahlen. Gleichzeitig nimmt Apple nur noch Screenshots von Apps in HD-Auflösung an.

Seinen App-Entwicklern hat Apple eine deutliche Warnung zukommen lassen: Manipulationen der App-Store-Charts mit Hilfe spezialisierter Marketing-Dienstleister sind verboten. Auch wer sich nicht selbst an einer solchen Täuschung beteiligt, dem droht dennoch der Ausschluss aus dem Apple Developer Program.

Apple Apps

„Wenn Sie eine großartige App geschaffen haben, dann wollen Sie alle davon in Kenntnis setzen“, heißt es in der Mitteilung. „Sie sollten jedoch mit der Verkaufsförderung keine Dienstleister beauftragen, die eine Spitzenplatzierung in den App-Store-Charts versprechen oder garantieren. Selbst wenn Sie sich nicht persönlich an der Manipulation von App-Store-Charts oder Kundenrezensionen beteiligen, könnte die Beauftragung von Diensten, die das in Ihrem Auftrag machen, zum Verlust ihrer Mitgliedschaft im Apple Developer Program führen.“

Die Rangfolge im App Store basiert auf einem von Apple entwickelten Algorithmus, den das Unternehmen geheim hält. Zur Platzierung tragen vermutlich die Downloadzahlen einer App, darüber veröffentlichte Nachrichten und nicht zuletzt die Bewertungen von Nutzern bei. Den App-Entwicklern liegt viel daran, in die Top-25-Liste zu kommen, da sie damit ihre Umsätze erheblich steigern können. Mit dem Aufstieg in die Top 25 bekommen auch kleinere Anbieter die Chance, sich zu bedeutenden Unternehmen zu entwickeln. Rovio, der Entwickler von Angry Birds, dürfte seine Marktstellung großteils seiner guten Positionierung in den Charts verdanken.

Ähnlich wie in der SEO-Branche haben sich unabhängige Dienstleister darauf spezialisiert, den Rang von Anwendungen im App Store zu fördern. Einige dieser Anbieter halten sich an die Spielregeln und bewerben Apps im zulässigen Rahmen. Als Ärgernis sieht Apple jedoch andere, die das System durch fingierte Nutzerrezensionen und übermäßig gute Bewertungen auszuhebeln versuchen. Unseriöse Anbieter sollen zudem Bots für automatische App-Downloads einsetzen, um Apples Statistiken zu beeinflussen.

Auflösung

Gleichzeitig hat Apple eine neue Anforderung für die Entwickler von iOS-Apps bekannt gegeben: Screenshots müssen künftig in HD-Auflösung eingereicht werden. „Wenn Sie Ihre Apps in iTunes Connect erstellen oder aktualisieren, müssen Sie hochauflösende Screenshots hochladen“, heißt es in einer von Apple versandten E-Mail. „Wir benötigen Ihre Screenshots in hoher Auflösung, damit Ihre App für das Retina-Display optimiert ist.“ Apple gibt dafür Auflösungen von 960 mal 640, 960 mal 600, 640 mal 960 oder 640 mal 920 Pixeln vor.

Die Screenshots sollen damit in den Bereich von Apples „Retina“-Auflösung von 960 mal 640 Pixeln kommen. Es könnte dem Hersteller dabei schlicht darum gehen, dass sie auf aktuellen Geräten besser zur Geltung kommen – zumal das iPad 3 mit einer höheren Auflösung aufwarten dürfte. Zudem führt die Vorgabe zu Mutmaßungen, dass Apple das iPhone 3GS bald auslaufen lässt. Zwar verkauft sich sich das zweieinhalb Jahre alte Smartphone noch immer gut, verfügt aber mit 480 mal 320 Bildpunkten über eine deutlich niedrigere Auflösung als seine Nachfolger.

Themenseiten: Apple, Mobil, Mobile, iPad, iPhone, iPod, iTunes

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