Sony-Chef Howard Stringer tritt zurück

Seine Posten als CEO und President übernimmt zum 1. April Kazuo Hirai. Der war bisher Leiter von Sony Computer Entertainment, der Konsolensparte des Konzerns. Stringer wird im Juni Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Sonys Präsident und CEO Howard Stringer hat seinen Rücktritt angekündigt. Seine Posten übernimmt zum 1. April 2012 Kazuo Hirai (51), wie das Unternehmen mitteilte. Hirai war bisher CEO von Sony Computer Entertainment, der Konsolensparte des Konzerns. Ab Juni soll der 69-jährige Stringer den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen, wenn der derzeitige Vorsitzende Yotaro Kobayashi in Ruhestand geht.

Noch-CEO Howard Stringer auf der IFA 2011 (Bild: CNET.com).
Noch-CEO Howard Stringer auf der IFA 2011 (Bild: CNET.com).

Wie Bloomberg berichtet, wird es Hirais erste Aufgabe sein, das schwächelnde Geschäft mit Fernsehern und Computern mit Inhalten von Sonys Unterhaltungsabteilung wieder flott zu machen. Nachdem der Walkman in den 1980ern als tragbarer Musik-Player konkurrenzlos gewesen sei, hätten es die Japaner versäumt, Apples iPod etwas entgegenzusetzen. Im Fernsehgeschäft übernahm Samsung die Führung, und bei Videospielkonsolen wurde Sony von Nintendo überholt.

„Sony wird sich nicht verändern, egal wer Präsident wird“, sagte Mitsushige Akino, Analyst bei Ichiyoshi Investment Management in Tokio, gegenüber Bloomberg. Sony habe mit Stringer zuvor einen Ausländer gewählt, „aber das hat das Unternehmen nicht verändert. Das beweist, wie schwer es ist.“ Sony müsse jetzt seine Aktionspläne offenlegen, um Investoren zu überzeugen.

Mitte Januar hatte Sony die Zahlen (PDF) von Sony Ericsson für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2011 vorgelegt. Im vierten Quartal 2011 verbuchte das Handy-Joint-Venture einen Umsatz von 1,29 Millionen Euro im Vergleich zu 1,53 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres (minus 16 Prozent) und 1,59 Millionen Euro (minus 19 Prozent) im Vorquartal. Die Bruttomarge lag bei 24 Prozent, das operative Ergebnis bei minus 227 Millionen Euro. Ebenfalls mit einem Verlust schloss Sony Ericsson das Geschäftsjahr 2011 ab: Es steht mit 247 Millionen Euro in den roten Zahlen. 2010 waren unterm Strich 90 Millionen Euro übrig geblieben. Im Dezember hatte das Unternehmen Umstrukturierungsmaßnahmen gestartet, deren Kosten in Höhe von 93 Millionen Euro in das Ergebnis einflossen. Es erwartet, dass der Umbau bis Ende 2012 abgeschlossen sein wird.

Ende Januar stimmte die EU-Kommission Sonys Übernahme von Ericssons Anteil am gemeinsamen Handy-Joint-Venture zu. Die Japaner hatten Ende Oktober ihre Pläne kundgetan. Sie zahlen 1,05 Milliarden Euro in bar und erhalten dafür auch eine Reihe von Patenten, die sie für ihre eigenen Produkte nutzen können. Bisher hat Sony seine Tablets und Konsolen streng getrennt von den Sony-Ericsson-Geräten produziert.

Themenseiten: Business, Ericsson, European Union, Mobile, Patente, Smartphone, Sony, Sony Ericsson, Übernahmen

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