Daten auf Megaupload werden ab 2. Februar gelöscht

Seine Hostingfirmen sind angewiesen worden, alle Dateien von ihren Servern zu entfernen. Megaupload will die Daten seiner 50 Millionen Nutzer jedoch retten. Dafür arbeitet es mit der US-Regierung auf eine Einigung hin.

Megaupload Logo

Alle via Megaupload gespeicherten Daten werden voraussichtlich ab Donnerstag, dem 2. Februar, gelöscht. Das geht aus einer Eingabe der Staatsanwaltschaft für den Eastern District von Virginia hervor, wie die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) meldet. Demnach hat man Megauploads Datenhoster – Carpathia Hosting und die Cogent Communications Group – angewiesen, die Dateien von ihren Servern zu entfernen.

Wie AP festhält, hat die US-Regierung die Vermögenswerte von Megaupload konfisziert und seine Konten eingefroren. Deshalb werden auch Zahlungen an die Hostingfirmen nicht mehr ausgeführt.

Nach Angaben der US-Regierung haben Polizeibeamte zwar einige Dateien von den Servern kopiert, die Server selbst aber nicht beschlagnahmt. Weil jetzt aber den originalen Durchsuchungsbeschlüssen Folge geleistet wurde, kann auf die übrigen Daten nicht legal zugegriffen werden. Megauploads Firmensitz befindet sich zwar in Hongkong, einige der Server, auf denen die Dateien gehostet wurden, stehen aber in Virginia – weshalb die USA eingreifen konnten.

Viele Anwender nutzten Megaupload dazu, illegale Kopien von Serien, Filmen, Songs und Software zu speichern, einige verwendeten den Filehoster aber auch dazu, Arbeitsdokumente oder private Daten zu sichern. Megaupload-Anwalt Ira Rothken erklärte gegenüber AP, dass rund 50 Millionen Nutzer betroffen seien. Das Unternehmen arbeite mit den Behörden zusammen, um zu verhindern, dass deren Daten gelöscht werden.

„Wir sind derzeit vorsichtig optimistisch, dass es eine solche Vereinbarung geben wird – weil die Vereinigten Staaten genauso wie Megaupload ein Interesse daran haben sollten, Verbraucher zu schützen“, sagte Rothkin der Nachrichtenagentur. Zudem könnten sich die bedrohten Daten als wichtig für die Verteidigung von Megaupload erweisen.

Am 19. Januar hatte das FBI Megaupload vom Netz genommen und sowohl Gründer Kim Schmitz als auch drei seiner Mitstreiter in Neuseeland verhaftet. Zwei weitere Manager des Filehosters wurden wenig später in Europa festgenommen, ein siebter befindet sich noch auf freiem Fuß. Es handelt sich um einen der größten Urheberrechtsfälle in den USA.

Schmitz, der auch unter den Namen Kim Dotcom und Kim Jim Tim Vestor operiert hat, bestreitet indes die Vorwürfe der gewerbsmäßigen Urheberrechtsverletzung. Ihm drohen bei einer Verurteilung bis zu 20 Jahre Haft. Insgesamt soll Megaupload mehr als 175 Millionen Dollar Umsatz gemacht haben. Den entstandenen Schaden schätzt das US-Justizministerium aber deutlich höher: auf über 500 Millionen Dollar.

Themenseiten: Internet, Streaming, Urheberrecht

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