Nokia verkauft Werk in Rumänien

Neuer Besitzer ist der Kaffeemaschinenhersteller De'Longhi. Das Geschäft soll im ersten Quartal 2012 abgeschlossen werden. Es unterliegt noch der Genehmigung der Wettbewerbsbehörde.

Nokia hat sein Werk im rumänischen Cluj verkauft. Das meldet die Nachrichtenagentur Mediafax. Käufer ist demnach der italienische Kaffeemaschinenhersteller De’Longhi. Einen Preis haben die beiden Unternehmen nicht genannt.

Nach Angaben von Mediafax will De’Longhi verschiedene Produktionsstätten zukaufen und so international expandieren. Das Werk in Cluj soll als Plattform für den Handel mit dem Fernen Osten und Europa dienen. Abgeschlossen werden soll das Geschäft noch im ersten Quartal. Es unterliegt der Genehmigung der Wettbewerbsbehörde.

Dem Bericht zufolge war auch der chinesische Telekommunikationsausrüster ZTE an dem Nokia-Werk interessiert gewesen, neben dem indischen Medikamentenhersteller Ranbaxy Laboratories und Bosch. Nokia habe „einen signifikanten Investor [gesucht], der klare Wachstumspläne hat und in naher Zukunft Jobs schaffen will“, zitiert Mediafax Nokias Senior Vice President Robert Andersson.

Ende September 2011 war bekannt geworden, dass Nokia zum Jahresende sein Werk in Cluj dicht machen würde. Davon sind rund 2200 Mitarbeiter betroffen. Weitere 1300 Stellen sollen im Bereich Location and Commerce wegfallen. Im Zuge dessen wird auch der Standort Bonn geschlossen.

Das rumänische Finanzamt hatte Mitte November Nokias rumänisches Werk beschlagnahmt. Die Finnen sollen in gesetzwidriger Weise Zollbefreiungen in Anspruch genommen haben – etwa für den Import aus China, Taiwan und den USA. Nokia habe auch fertige Teile wie Ladegeräte importiert und diese als Komponenten deklariert, wie Zollchef Viorel Comanita erklärte. Die Zollbefreiung für Produkte aus Nicht-EU-Ländern gelte nach EU-Recht aber nur für Bauteile, die am Bestimmungsort in Geräte eingebaut würden.

Ob Nokia die Schulden beim rumänischen Zoll gezahlt hat, ist indes unklar. Medienberichten zufolge wurde eine für beide Seiten akzeptable Lösung gefunden. Die Behörden hätten die Beschlagnahme Anfang Dezember wieder aufgehoben.

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