Polycom erklärt seine Strategie für Videokonferenzen in der Cloud

Sie ist das Ergebnis der Übernahme von HPs Telepresence-Geschäft. Im Zentrum steht der Vertrieb von Video-as-a-Service über Dienstleister. Außerdem setzt Polycom auf Interoperabilität und Technologiepartnerschaften.

Polycom hat eine Cloud-Strategie namens RealPresence vorgestellt. Mit ihr zielt der Video- und Audiokonferenzspezialist auf Service-Provider, die ihren Kunden Video-as-a-Service aus der Cloud anbieten wollen. Die Strategie ist darauf ausgelegt, den Einsatz von Polycoms Video-Kollaborationslösungen in Unternehmen voranzubringen. Dazu sollen Software-Clients und Ausrüstung vor Ort mit der beim Provider kombiniert werden.

Polycoms RealPresence-Lösung umfasst einen verwalteten Multipoint-Videodienst mit einer Vielzahl an Anschlussmöglichkeiten. Dazu gehören sowohl Räume, Mobiltelefone und PCs als auch webbasierende Clients, Microsoft Lync 2010, IBM Sametime und Clients wie Cisco Telepresence, die das TIP-Protokoll nutzen. Grundlage für die Lösung ist Polycoms RealPresence-Netzwerk. Dieses hat das Unternehmen im vergangenen Jahr von Hewlett-Packard übernommen; HP vermarktete es als HALO/HVEN-Netzwerk.

Polycom will verstärkt Service-Provider als Partner für seine Videokonferenzlösungen gewinnen (Bild: Polycom).
Polycom will verstärkt Service-Provider als Partner für seine Videokonferenzlösungen gewinnen (Bild: Polycom).

Erste Kunden von Polycom für Video-as-a-Service auf Grundlage des RealPresence-Netzwerks sind China Unicom und der indische Service Provider Airtel. „Service-Provider sind wichtige Partner, um ein größeres Wachstum im Bereich Video-Kollaboration über VaaS-Angebote zu erzielen. Dies ermöglicht KMUs und Großunternehmen, bei geringen Anfangsinvestitionen alle Vorteile von Video-Collaboration zu nutzen“, sagt Andy Miller, Präsident und CEO von Polycom. „Unsere Ziele für die Markteinführung sind klar: Wir werden Cloud-Services ermöglichen, indem wir mit Service-Providern und Lösungsanbietern zusammenarbeiten und – im Gegensatz zu unseren Konkurrenten – nicht mit ihnen konkurrieren, indem wir Services direkt für Endkunden anbieten.“

Polycom setzt bei seiner Service-Provider-Strategie auf möglichst große Interoperabilität. Außerdem hat es bereits in den vergangenen Jahren Technologiepartnerschaften mit einer Vielzahl von Marktteilnehmern geschmiedet – von Netzwerkausrüstern wie Juniper bis zu in Firmen fest verankerten Soft- und Hardwarelieferanten wie Microsoft oder Lenovo.

Außerdem hat sich der Anbieter von der früher verfolgten Strategie verabschiedet, Konferenzen in erster Linie über selbst gelieferte Hardware zu ermöglichen. Er setzt nun darauf, vorhandene Geräte wie das iPad für Videokonferenzen nutzbar zu machen. Beispielsweise wird die kostenlose Software Polycom RealPresence Mobile als Erweiterung für das unternehmenseigene Video-Kollaborationssystem angeboten.

Damit steht Polycom zwischen den Geschäftsmodellen der Wettbewerber: Während Cisco traditionell möglichst viele eigene Geräte verkaufen oder für Videokonferenzen nutzen will, setzt Citrix Online ganz auf einen Software-Client, die Abwicklung von Konferenzen in der Cloud und verbrauchsorientierte Abrechnung.

Die Polycom-Aktie hat nach einem kurzen Zwischenhoch rund um die Übernahme des HP-Telepresence-Geschäfts im Juni 2011 an der Nasdaq wieder deutlich an Wert eingebüßt. Höchste Zeit für den Anbieter, den Angeboten von Skype, Cisco und Citrix Online etwas entgegenzusetzen (Screenshot: ZDNet.de bei Yahoo Finance).
Die Polycom-Aktie hat nach einem kurzen Zwischenhoch rund um die Übernahme des HP-Telepresence-Geschäfts im Juni 2011 an der Nasdaq wieder deutlich an Wert eingebüßt. Höchste Zeit für den Anbieter, den Angeboten von Skype, Cisco und Citrix Online etwas entgegenzusetzen (Screenshot: ZDNet.de bei Yahoo Finance).

Themenseiten: Business, Kommunikation, Polycom

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