Computer der japanischen Raumfahrtbehörde von Viren infiziert

Ein Schädling hatte Zugriff auf E-Mails, Passwörter und Daten eines unbemannten Raumfrachters. Der Virus befand sich wohl schon seit Juli 2011 auf dem Computer. Entdeckt wurde er aber erst Anfang dieses Jahres.

Zwei Viren haben einen Computer der japanischen Raumfahrtbehörde Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) infiziert. Einer der Schädlinge hatte vermutlich Zugriff auf Daten eines Frachttransporters für die Internationale Raumstation ISS.

Unbekannte hatten Zugriff auf Daten des Transportmoduls H-II Transfer Vehicle der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA (Bild: NASA).
Unbekannte hatten Zugriff auf Daten des Transportmoduls H-II Transfer Vehicle der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA (Bild: NASA).

Einer Mitteilung der Behörde zufolge wurden schon im August 2011 verdächtige Aktivitäten bemerkt, was zur Entdeckung eines ersten Virus am 17. August führte. Nach der Entfernung des Schädlings habe sich das System immer noch auffällig verhalten, weswegen es weiter überwacht worden sei.

Am 6. Januar wurde demnach ein weiterer Virus gefunden, der in der Lage war, Informationen zu sammeln. Bei einer genaueren Untersuchung sei festgestellt worden, dass zwischen dem 6. Juli und dem 11. August Daten weitergegeben wurden, erklärte die JAXA.

Der Schädling hatte nach Angaben der Behörde Zugang zu E-Mail-Adressen, Anmeldedaten und Spezifikationen des H-II Transfer Vehicle (HTV), eines unbemannten Transportsystems, das zur Versorgung der ISS mit Vorräten gedacht ist. Bedenken, Hacker könnten die Kontrolle über ein HTV übernehmen, sind der JAXA zufolge unbegründet, da sich derzeit kein HTV im All befindet. Die letzte HTV-Mission wurde im März 2010 beendet. Damals brachte HTV-2 6 Tonnen Lebensmittel, Bekleidung und Ersatzteile zur ISS. Nach 67 Tagen im All kehrte das Transportmodul zur Erde zurück und verglühte in der Atmosphäre. Der Start der nächsten HTV-Mission – HTV-3 – ist für 26. Juni 2012 geplant.

JAXA versicherte, dass alle Passwörter auf Systemen, die Verbindung zu dem infizierten Computer hatten, geändert wurden. Zudem prüfe man alle weiteren Computer der Behörde auf Viren. Es sei auch eine Untersuchung eingeleitet worden, um das Ausmaß des Schadens und mögliche Folgen zu ermitteln.

Sollte die japanische Raumfahrtbehörde nicht in der Lage, bis zum Start von HTV-3 die Mission selbst zu überwachen, könnte sie die Kontrolle an die NASA abgeben. Schon nach dem Erdbeben in Japan vom 11. März 2011 hatte die NASA die Leitung der HTV-2-Mission übernommen, da die Bodenkontrolle im japanischen Tsukuba aufgrund von Schäden nicht einsatzbereit war.

Themenseiten: Hacker, NASA

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