Chinesische Schriftsteller verklagen Apple

Sie werfen ihm vor, die Verbreitung urheberrechtlich geschützter E-Books nicht zu verhindern. Apple profitiert durch seinen 30-Prozent-Anteil. Die Autoren verlangen 1,88 Millionen Dollar Schadenersatz für 37 Bücher und Millionen Downloads.

Ein Gericht in Peking hat eine Klage bekannter chinesischer Autoren gegen Apple angenommen. Die Schriftsteller werfen dem Unternehmen Piraterie vor, da es sich geweigert habe, den illegalen Download urheberrechtlich geschützter E-Books zu verhindern. Sie verlangen einen Schadenersatz in Höhe von 1,88 Millionen Dollar für die verletzten Urheberrechte von 37 Werken, die mittels Apps verbreitet wurden.

China

Die neun Autoren gehören dem Schutzverband China Written Works Copyright Society (CWWCS) an, der insgesamt 30 chinesische Autoren vertritt. Gegenüber einer Tageszeitung in Shanghai sprach Bei Zhicheng als offizieller Vertreter des Verbands von „absolutem Diebstahl“. Apple sei das einzige bekannte Online-Unternehmen, das von illegalen Buchverkäufen profitiere durch seinen üblichen Anteil von 30 Prozent, den es von verkauften Apps einbehält. Einige Titel wurden angeblich millionenfach über den App Store heruntergeladen und verursachten für die Verfasser einen potenziellen Schaden in Höhe von mehreren Millionen Dollar.

Im August hatte Zhu Jintai als erster chinesischer Autor Apple wegen Verletzung seiner Urheberrechte verklagt und teilweise gewonnen. Apple nahm daraufhin seinen Roman aus dem Angebot und wies ihn einer Erklärung darauf hin, dass seine vertraglichen Bedingungen für App-Entwickler ausdrücklich die Verletzung geistiger Eigentumsrechte untersagen. Die damit verbundene Schadenersatzklage ist derzeit noch anhängig. Im Oktober verklagten weitere sechs chinesische Autoren Apple. Sie warfen ihm vor, Apps zum Verkauf zuzulassen, die ihre Arbeiten ohne jede Genehmigung enthielten, und verlangten 1,03 Millionen Dollar für die verletzten Urheberrechte an 23 Büchern.

CWWCS als Autorenschutzbund drängte Apple zur Einhaltung chinesischer Gesetze und forderte insbesondere eine standardmäßige Überprüfung der Urheberrechte, bevor Bücher zum Verkauf über den App Store zugelassen werden. Laut Autorensprecher Bei weigert sich Apple jedoch bis heute, dieser Forderung nachzukommen.

Die Gruppe war zusammen mit weiteren Schriftstellern schon in früheren Kampagnen gegen Baidu und Google aktiv. Die führende chinesische Suchmaschine Baidu entfernte daraufhin 2,8 Millionen unrechtmäßig veröffentlichter Werke aus ihrer Baidu-Bibliothek. Google gab 2010 eine förmliche Entschuldigung ab.

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