Bericht: Hacker-Angriff auf Bundespolizei wurzelt in Familienstreit

Ein Polizist aus Frankfurt soll seiner Tochter einen Trojaner auf den Rechner gespielt haben. Er wollte damit laut Spiegel ihre Internetaktivitäten überwachen. Ein Freund der Tochter brach daraufhin als Rache in den Computer des Beamten ein.

Der vergangenen Juli bekannt gewordene Hackerangriff auf Server der Bundespolizei geht allem Anschein nach auf einen Familienzwist zurück. Nach Informationen des Spiegel hatte ein hoher Beamter der Bundespolizei aus Frankfurt am Main seiner Tochter einen Trojaner auf den Rechner gespielt, um ihre Internetaktivitäten zu überwachen. Ein Freund der Tochter aus der Hackerszene sei die Spionage aufgefallen.

Bundespolizei

Um es dem neugierigen Vater heimzuzahlen, sei der Hacker in dessen Computer eingedrungen, schreibt der Spiegel. Dort habe er entdeckt, dass der Polizist dienstliche E-Mails an seine Privatadresse umgeleitet hatte. Das ebnete ihm einen Weg in die Server der Bundespolizei.

Anfang Juli 2011 war bekannt geworden, dass eine Hackergruppe namens „No Name Crew“ (NN-Crew) in die Server der Bundespolizei eingedrungen war. Sie veröffentlichte eine Reihe von Screenshots inklusive Zugangsdaten mit Passwörtern im Klartext. Damit war es jedermann möglich, sich in das hochsensible System einzuloggen. Auch das Bundeskriminalamt und der Zoll nutzen das betroffene Zielverfolgungssystem „Patras“.

Peter Schaar, Bundesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit, forderte daraufhin die Ausweitung der für Unternehmen bestehenden Informationspflicht bei Datenverlusten auf Bundesbehörden. „Eine Konsequenz des Hackerangriffs muss sein, dass bei schwerwiegenden Datenschutzverstößen endlich auch für Behörden das gilt, was für private Unternehmen seit zwei Jahren gesetzlich vorgeschrieben ist: Bei Verlust, Diebstahl oder Missbrauch sensibler personenbezogener Daten sind unverzüglich die hiervon Betroffenen sowie die Aufsichtsbehörden zu unterrichten.“

Mitte Juli wurde ein 23-jähriger Hacker verhaftet. Die Polizei verdächtigte ihn des Ausspähens von Daten, der Datenveränderung sowie der Computersabotage. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung sei Beweismaterial gesichert worden, hieß es damals vonseiten der Polizei. Einen Monat später durchsuchten Ermittler des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen in NRW, Bayern, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Sachsen die Wohnungen führender Mitglieder der Hackergruppe NN-Crew.

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