Bericht: Kodak leitet mit Insolvenzverfahren Patentauktion ein

Eastman Kodak bereitet sich auf eine Insolvenz nach Chapter 11 des US-Gesetzes vor. Einem Bericht des Wall Street Journal zufolge benötigt es eine Milliarde Dollar Kapital. Dieses Geld könnte durch Patentauktionen unter Gläubigerschutz hereingeholt werden.

Logo von Kodak

Kodak verfügt über 1100 Patente, die sich überwiegend mit Fotografie befassen. So gut wie jedes Smartphone besitzt eine Kamera, was bedeutet, dass sich Kodaks Patente mutmaßlich in Patentstreitigkeiten etwa zwischen Apple und Googles Android-Partnern wie HTC oder Motorola einsetzen ließen.

Kodaks anvisiertes Verfahren, einen Bankrott ausgerechnet durch ein Insolvenzverfahren abzuwenden, indem Patente versteigert werden, entspricht dem von Nortel Networks. Ein Konsortium, dem Apple, EMC, Ericsson, Microsoft, Research In Motion und Sony angehörten, ersteigerte im Juli 2011 einen Großteil von dessen Netzwerk-Patenten für 4,5 Milliarden Dollar. Nortel war mit seiner Strategie hinterher sehr zufrieden: „Umfang und Wert dieser Transaktion sind beispiellos, ebenso wie das Interesse an dem Portfolio seitens großer Firmen weltweit“, sagte George Riedel, Chefstratege und Präsident der Geschäftssparten.

Kodak ist in mehrere Patentprozesse verwickelt, unter anderem gegen Apple und Research In Motion. Ihr Ausgang ist offen, auch wenn Kodak einen Teilerfolg verbuchte. Apple konnte im Sommer 2011 eine Gegenklage bei der US-Handelsbehörde ITC nicht durchbringen.

Analyst Mark Kaufman von Rafferty Capital hat kürzlich einen Kommentar zu Kodak veröffentlicht. Er glaubt, dass das schwebende Verfahren gegen Apple und RIM die Verhandlungen zu einer Übernahme von Kodak verzögert habe, da es den Wert der Patente offen halte. Es gebe aber ausreichend ernsthafte Interessenten. Auch ein Joint Venture für geistiges Eigentum halte er für denkbar.

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2 Kommentare zu Bericht: Kodak leitet mit Insolvenzverfahren Patentauktion ein

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  • Am 5. Januar 2012 um 12:45 von Berger

    Das bleibt mir unverständlich…
    …wie so ein Mega-Unternehmen wie Kodak den Karren dermaßen in den Dreck fahren kann. Seit Mitte/Ende der Neunziger sind (auch privat) immer mehr Digicams im Einsatz – spätestens im Jahre 2000 war abzusehen, dass die analoge Fotografie stirbst. Ein paar Beispielzahlen: 1996 waren es 0,3 Mio US-Haushalte, die mind. eine Digicam besaßen, 8 Mio Haushalte im Jahr 2000, 33 Mio im Jahr 2003 (Quelle: Case study Kodak, bzw. hier: http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/132248.html ). Also ein stark exponentielles Wachstum… Und dass es gerade einem (einstigen) Riesen wie Kodak (mit so viel Geld, welches man in die Marktforschung und Forschung/Entwicklung bzw. in die Erschaffung neuer Produkte und Trends) nicht gelingt, sich den neuen Bedingungen anzupassen, bleibt mir unverständlich.

    • Am 5. Januar 2012 um 17:09 von Holger

      AW: Bericht: Kodak leitet mit Insolvenzverfahren Patentauktion ein
      Naja, man muss dazu ja noch sagen, dass der erste Bildsensor auch noch im Hause Kodak auf private Initiative eines ihrer Ingenieure entwickelt wurde, die Geschäftsleitung jedoch fand, dass man damit kein Geld verdienen könne… Irgendwann sind Firmen halt so gross, dass sie nur noch gemanaged werden. Leica gäbe es heute auch nicht mehr, wenn nicht ein Leica-Urviech und absoluter Freak wie Dr.Kaufmann die Firma wieder auf Kurs gebracht hätte. Wenn nur noch Betriebswirte und Shareholder das Sagen haben, dann kann man jede Firma vergessen, die von Innovation und technischem Fortschritt lebt.

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