Cloud Computing kommt 2012 in die Flegeljahre

Forrester-Analyst James Staten hat für ZDNet untersucht, was 2012 von der Cloud zu erwarten ist. Er erklärt auch, was Firmen tun können, um das beste daraus zu machen. Fazit: Einfach wird es nicht - aber da müssen die Unternehmen durch.

2011 hat der Markt für Cloud Computing große Fortschritte gemacht. Die Nutzerzahlen der Pioniere Amazon Web Services (AWS) und Rackspace haben deutlich zugenommen, es war ein deutliches Wachstum bei der Nutzung der Cloud für Big Data, Training, Tests und Entwicklung festzustellen. Außerdem haben viele zusätzliche Anbieter neue Services ins Leben gerufen, um ihre Claims im neuen Geschäftsfeld abzustecken. Und am Horizont begann die App-Internet-Ära heraufzuziehen.

Cloud-Technologien wurden 2011 nahezu über das gesamte Spektrum hinweg reifer, außerdem erhöhten sich Transparenz und Sicherheit und es sind inzwischen Best Practices für viele Einsatzszenarien bekannt – sowohl für die Migration als auch den Betrieb. Aber vieles davon ist erst der Anfang, dem Markt steht noch viel Wachstum bevor.

Ein Vergleich mit der menschlichen Entwicklung macht anschaulich, was das bedeutet: Cloud Computing ist zwar dem Windelalter entwachsen, aber die Jahre als Teenager hat es noch vor sich. Und ebenso wie der heranwachsende Mensch in diesem Alter um seine eigene Identität, Unabhängigkeit und seinen Platz in der Gesellschaft ringt – oft mit merkwürdigen und für Außenstehende unverständlich erscheinenden Mitteln – so muss auch Cloud Computing um seine Stellung in Wirtschaft und IT kämpfen.

Die kommenden Jahre werden daher von schmerzhafter Auflehnung, herben Enttäuschungen, aufregenden Entdeckungen, Ausprobieren und explosionsartig sich entfaltender Kreativität erfüllt sein. Obwohl manche Eltern es lieber sähen, dass ihre aus dem niedlichen Grundschulalter entwachsenden Kinder direkt zu verantwortungsvollen und vernünftigen Erwachsenen würden, werden wir doch das was wir sind nicht ohne die wilden Jahre als Jugendlicher zu durchleben. Aber wer als Verantwortlicher für IT-Infrastruktur und -Betrieb damit beauftragt ist, Vorhersagbarkeit in die Nutzung von IT durch sein Unternehmen zu bringen, wird in den kommenden Jahren durch Cloud Computing ein paar schlaflose Nächte haben.

Vergleichbare Marktverschiebungen hat es auch früher schon gegeben. Aber viele haben sicher vergessen, dass die Technologien, die sie als Teenager erlebten, damals auch im Teenager-Alter waren. Bei Cloud Computing wird es nicht genau wie bei Client-Server-Computing oder der Internet-Ära ablaufen. Aber es gibt viele Ähnlichkeiten – und auch bei den anderen Umbrüchen in der IT waren die ersten Jahre die schwierigsten.

Was ist bei der Cloud zu erwarten? Dazu müssen wir den Zauberhut aufsetzen und einen Blick in die Kristallkugel wagen. Das Ergebnis sind zehn Punkte, die Forrester 2012 für die Cloud erwartet und die sich die für Infrastruktur und IT-Betrieb in Firmen Zuständigen genau anschauen sollten.

1. Schatten-IT kommt ans Licht

Das dürfte vielen bekannt vorkommen: Ein Business-Verantwortlicher investiert in neue Technologie ohne dabei die IT-Abteilung hinzuzuziehen. Auf Grundlage seiner Investition werden neue Workflows, Services und Funktionen erarbeitet die, zumindest seiner Ansicht nach, unabdingbar für das Alltagsgeschäft werden. Dann knickt die von ihm ausgewählte Technologie ein. Ein panischer Anruf geht beim Helpdesk ein, dass die IT umgehend die Verwaltung und den Support dieser geschäftskritischen Anwendung übernehmen muss. Der Albtraum beginnt …

Ähnliche Szenarien werden IT-Verantwortliche 2012 öfter erleben. Einige bekamen schon einen Vorgeschmack darauf, als AWS im April oder im August mit größeren Ausfällen zu kämpfen hatte, manche US-Nutzer vielleicht auch während der Störungen bei Microsoft Office 365 und den CRM-Angeboten aus Redmond. Für manche IT-Verantwortliche waren die Ereignisse ein willkommener Anlass, um noch einmal darauf hinzuweisen, dass sie die Dienste als unreif für den Unternehmenseinsatz eingestuft hatten. Und viele Entwickler weigerten sich, als Notfallsanitäter einzuspringen. Die Lehre daraus: Auf künftige, vergleichbare Ereignisse sollte man sich schon im Vorfeld vorbereiten. Es ist jetzt Zeit, sich die Hände schmutzig zu machen und sich auf diese Cloud Services einzustellen.

2. Nicht cool: Uncoole, die so tun als wären sie cool

Als Jugendlicher erkennt man sie sofort, wenn man sie sieht. Bedauerlicherweise hat manche Marketingabteilung es noch nicht verstanden, dass man sich nur lächerlich macht, wenn man sich an eine revolutionäre Bewegung anhängt, ohne etwas Revolutionäres an sich zu haben: Im Cloud-Markt heißt das Cloudwashing. Und leider kommen viel mehr Anbieter und IT-Abteilungen damit durch, als eigentlich sollten. Bei der ersten, mit einem Augenzwinkern vorgenommenen Verleihung eines Schmähpreises für Cloudwashing im Dezember vergangenen Jahres sahnte übrigens Oracle groß ab.

Ob der Preis 2012 noch einmal vergeben wird, ist fraglich. Denn die Early Adopter haben inzwischen genügend Erfahrung, um solche Verschleierungen zu durchschauen. 2012 müssen sogenannte Cloud Services hochgradig standardisiert und automatisiert wirtschaftliche Skaleneffekte bieten, Kunden Autonomie lassen und sie flexibel die Kosten kontrollieren lassen. Wer das nicht kann, wird uncool. Und uncool bedeutet im Geschäft unprofitabel. Aber auch IT-Abteilungen sollten darauf achten, dass ihre eventuellen Private-Cloud-Anstrengungen nicht uncool werden.

3. Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht

Es ist ein Klassiker des Fernsehens, den man beinahe jeden Abend bei irgendeinem Sender sehen kann – oder in etwas besserer schauspielerischer Qualität im Heimkino: Ein Teenager lehnt sich auf, um seine Unabhängigkeit zu beweisen, treibt es zu weit und wird von den Autoritäten in die Schranken gewiesen. Solche Dramen spielen sich oft gerade in den besten Familien ab – wo die Geschichte natürlich für das größte Aufsehen sorgt.

2012 kann man fast sicher sein, dass sich diese Geschichte in abgewandelter Form auch im Unternehmensumfeld abspielt. Ort der Handlung wird aller Voraussicht nach ein Unternehmen sein, in dem sich ein mit einigen Vollmachten versehener Mitarbeiter in den Stricken der Compliance-Regeln verheddert, die zwar mit der technologischen Entwicklung nicht Schritt halten können, sich aber dennoch ständig verändern. Darüber zu lamentieren wird aber nicht als gültige Verteidigung anerkannt werden.

Die Fahrt durch Nacht und Nebel, um gegen zwei Uhr morgens seinen Mitarbeiter von der Polizeiwache abzuholen (bildlich gesprochen), lässt sich vermeiden, indem man nicht abwartet, sondern vorausschauend handelt. Wichtig sind die Ausbildung der Mitarbeiter und das Aufstellen von Best Practices, nach denen sie sich richten können. Das geht etwa, indem man umgehend Cloud-Nutzungsregeln für sein Unternehmen aufstellt und darin auch zeigt, wie sich die Cloud im Rahmen dieser Regeln sicher verwenden lässt sowie die Mitarbeiter ermutigt, bei Bedarf in Zusammenarbeit mit der IT neue Erfahrungen damit zu machen. Seinen Teenagern in der Firma zu sagen, dass sie nichts mit der Cloud anfangen dürfen, wird nur den Missbrauch fördern – und sie Strategien entwickeln lassen, diesen Missbrauch geheim zu halten.

4. Konservative Führungskräfte verdammen Cloud als ungesund

Hollywood hat uns schon eindringlich erklärt, dass man es nicht mal im ländlichen Texas schafft, das Tanzen zu verbieten. Dennoch versuchen es Betonköpfe zu untrsagen – wie so vieles andere auch. Die Argumentation ist immer dieselbe: Wir müssen das tun, um jeden einzelnen Bürger und die Gemeinschaft zu beschützen. Cloud Computing wird sicher nicht gesetzlich verboten – obwohl es, diesmal nicht in Deutschland, schon Bemühungen gibt, Cloud-Dienste aus dem Ausland zu untersagen.

Der US Patriot Act hat die Euphorie internationaler Firmen 2011 zwar ordentlich gedämpft, andererseits aber auch zur starken internationalen Expansion der Cloud-Anbieter geführt. Kühlt sich die Wirtschaft aber weiter ab, werden auch die erfolgreichsten Cloud-Anbietern nicht in der Lage sein, Rechenzentren in jedem Land aufzubauen. Denkt aber die eine oder andere Regierung vor demselben Hintergrund, damit ließen sich Arbeitsplätze und Investitionen ins Land holen, könnte es in manchen Ländern mit der Gesetzgebung ganz schnell gehen. Dagegen sollten sich die Anwender wehren: Das Internet kennt keine Grenzen, und die Cloud sollte das auch nicht.

5. Den Vertriebspartnern weht der Wind ins Gesicht

Nur als Wiederverkäufer aufzutreten reicht 2011 definitiv nicht mehr. Jahrelang schon haben die Analysten von Forrester den Systemhäusern und -Integratoren gepredigt, dass sie sich aus der Abhängigkeit vom Umsatz mit Waren und Dienstleistungen befreien müssen. Viele haben das schon verstanden und erwirtschaften inzwischen mehr Umsatz mit Beratung und auf eigenen Leistungen basierenden Angeboten. Die anderen werden 2012 den letzten Weckruf erhalten: Die Cloud braucht sie nicht.

Cloud-Services werden als standardisierte, im Internet verfügbare Dienste im Direktgeschäft vertrieben. Sie brauchen keine lokalen Beziehungen und sind nicht erklärungsbedürftig. Es gibt nichts zu installieren, der Aufwand für die Anpassung ist minimal und die Margen klein und mengenbasierend. Damit der Vertriebskanal überleben kann, muss er Mehrwert schaffen.

Möglichkeiten dafür gibt es viele. Beispielsweise sind zwar Cloud-Dienste standardisiert, aber nicht deren Nutzung durch die Unternehmen. Das ist zum Beispiel ein Ansatz: So wie die IT-Abteilung herausfinden muss, wie sie die aus der Cloud angebotenen Dienste ergänzen kann, müssen die Vertriebspartner die Expertise bereitstellen, die die Kunden im eigenen Hause und auf dem Arbeitsmarkt nicht oder nur schwer finden.

6. Zertifiziertes Cloud-Wissen wird wichtig

2012 werden Firmen deutlich mehr Cloud-Experten suchen, als auf dem Arbeitsmarkt verfügbar sind. Möglicherweise ist das in diesem Jahr die größte Bremse für weiteres Wachstum. Verwirrend ist vor allem, dass Personalverantwortliche nicht wissen werden, nach was sie eigentlich suchen – und andererseits Kandidaten in ihrem Lebenslauf den Punkt „Erfahrung mit der Cloud“ aufführen werden, ohne ihn wirklich belegen zu können. Firmen brauchen aber glaubwürdige Nachweise und Kandidaten echte Schulungs- und Trainingsangebote, um die Lücke zu füllen.

Unter anderem sind Hewlett-Packard und EMC Ende 2011 in diese Lücke vorgestoßen und bieten nun Cloud-Trainings und -Zertifizierungen an. Microsoft hält im Rahmen seiner im Januar auch offiziell auf Deutsch startenden Microsoft Virtual Academy ebenfalls ein Schulungsprogramm bereit, in dem auch Cloud-Kompetenzen vermittelt und abgefragt werden.

Wer Herstellerschulungen kritisch sieht, kann sich auch in Deutschland schon an öffentlichen Bildungseinrichtungen nach Cloud-Experten umschauen: Beispielsweise bietet das Karlsruher Institut für Technologie eine Vorlesung zu Cloud Computing, die TU Chemnitz hat seit dem Wintersemester 2011/12 High Performance & Cloud Computing als Masterstudiengang, an der Hochschule im schwäbischen Aalen ist Know-how im Cloud Computing Teil der Ausbildung zum Wirtschaftsinformatiker und an der Fachhochschule St. Pölten trafen sich im November Interessierte zum ersten österreichischen Cloud Camp. Im Lauf des Jahres werden solche Angebote wie Pilze aus dem Boden schießen. Bis dahin werden die, die echtes Cloud-Know-how haben, andere Wege finden, um das zu beweisen.

7. Die schlausten Köpfe und die besten Verfahren

Developer und IT-Professionals, die die Grenzen der Cloud verschieben, können ihre Fähigkeiten nur begrenzt im Licht der Öffentlichkeit zeigen, wenn sie für ein Unternehmen arbeiten. Schon jetzt gibt es viele innovative Start-ups oder Test- und Entwicklungsprojekte – oft von genau den Leuten mitgetragen, die tagsüber in ihren Firmen für das Thema Cloud zuständig sind. Manche davon sind einfach Spielereien, Dinge, die man mit Kollegen bespricht oder nutzt, um Verbesserungen auszuprobieren sowie Erfahrungen für das Firmenprojekt zu sammeln.

Aber manche davon sprechen sich herum. Sind sie gut, dauert es nicht lange, bis der Verantwortliche ein interessantes Stellenangebot in seiner Inbox hat. Manche fördern solche Aktivitäten, indem sie eine gehostete private Cloud oder einen öffentlichen Raum dafür anbieten. AWS ermutigt Experimentierfreudige mit einem Jahr lang kostenlosen, sehr kleinen VMs. Event-Veranstalter werden aufspringen, indem sie mit sogenannten Un-Konferenzen die klugen Köpfe anlocken. Die Fachhochschule St. Pölten hat das schon getan, zahllose andere werden es 2012 noch tun.

8. Mit Ausfällen zurechtkommen

Skateboardfahren war in seiner Anfangszeit als Gefahr für Fußgänger und Hausmeister verschrien. Dann wurden Skate Parks gebaut. Jetzt kann Otto Normalgehwegbenutzer wieder sorglos durch die Stadt gehen – und die besten Skateboarder verdienen Millionen.

Netflix hat bei seinem Umzug auf Amazon Web Services gesehen, dass solche Verhaltensmuster eine gute Sache sind und damit angefangen, seine Entwickler mit sogenannten Chaos Monkeys zu ärgern. Das sind gemeine Code-Crasher, die sich in die Kerndienste der Netflix-Anwendungen schleichen und diese lahmlegen wollen. Sie erfreuen sich an ungewöhnlichen API-Calls, daran, Executables abstürzen zu lassen und Threads nur so zum Spaß in Endlosschleifen zu führen. Netflix´ Chaos Monkeys haben den Entwicklern beigebracht, Code daran vorbei zu entwickeln, was letztendlich zu besserem Code, besserer Verfügbarkeit und schlankeren Services geführt hat.

In der Cloud werden Dienste mit gängiger Infrastruktur gebaut, die zwar oft nicht weniger zuverlässig ist, aber bei der mit einem Ausfall gerechnet wird. Kommt der Code damit nicht zurecht, gehört er nicht in den Skate Park. 2012 darf man davon ausgehen, dass Chaos Monkeys fester Bestandteil der Entwicklung von Cloud-Anwendungen werden. Vielleicht mehrere Open-Source-Suiten und mindestens eine kommerzielle Variante dafür werden auf den Markt kommen.

9. Auch größere Cloud-Ausfälle überleben

Irgendwann trifft ein Ausfall jeden Cloud-Dienst. Daran wird sich auch 2012 nichts ändern. Umso eher man lernt, damit umzugehen, umso besser wird man dann damit zurechtkommen. Wer einen oder mehrere der Jackass-Filme gesehen hat, konnte feststellen, wie unglaublich leidensfähig ein junger, fitter Körper ist. Würde man die Eltern der Darsteller denselben Torturen unterziehen, käme wahrscheinlich kaum einer von ihnen jemals wieder aus dem Krankenhaus heraus. Für Anwendungen gilt bedauerlicherweise dasselbe. Wer eine seiner traditionellen Anwendungen einfach aus dem Rechenzentrum in die Cloud verlagert, fordert das Schicksal genau so heraus wie der „Gefahrensucher“ Rex Krämer.

Das ist auch der Grund, warum neue Anwendungen die Cloud dominieren. Wer weitere Teile seines Anwendungsportfolios in die Cloud migrieren will, muss sie auch auf die neue Architektur mitnehmen und sie darauf vorbereiten, Ausfälle von Komponenten, Diensten oder ungebührliches Betragen anderer Anwendungen auszuhalten. Mit zunehmender Cloud-Erfahrung werden sich Muster im Design und beim Vorgehen bei der Replizierung ausmachen lassen, mit denen man diese Unannehmlichkeiten vermeidet. Auf jede Firma, die 2011 in die Cloud ging, kamen mindestens drei, die es nicht geschafft haben. Dieses Jahr gehört vielleicht das eigene Unternehmen zu denen, die den Schritt wagen und überleben. Das heißt dann, dass man mehr in die Cloud investieren kann.

10. Ein Budget für Public-Cloud-Ausgaben festlegen

Waren schon die technischen Schwierigkeiten kein Pappenstiel, wird es beim Geld – wie auch sonst üblich – richtig haarig. Erinnern wir uns: Die Cloud kommt erst langsam in die Pubertät – und das einem Teenager zur Verfügung stehende Budget festzulegen ist, wie alle Eltern wissen, nicht ganz ohne. Schließlich gilt es, die sprunghaft wechselnden Interessen zu berücksichtigen – an einem Tag Basketball, am anderen die eigene Band, dann die Karriere als Rapper oder YouTube-Star. Daneben gilt es, die langfristigen Kosten für Ausbildung und Studium zu berücksichtigen – und die Kosten dafür, wenn sich der Nachwuchs danach wieder, aber mit anderen Ansprüchen, jahrelang zuhause einnistet.

Ein Budget für die Cloud festzulegen ist mindestens genauso schwierig und verlangt von den Verantwortlichen, sich an den ständigen Wechsel zu gewöhnen. Das ist nicht einfach, schließlich hat es die IT nach jahrelangem Kampf vor kurzem endlich geschafft, dass fast alles für drei bis fünf Jahre angeschafft oder vertraglich bereitgestellt werden konnte – samt gemütlichem Wartungs- und Supportvertrag und schönen Rabatten für die Loyalität.

Bei Clouds wird nach Bedarf bezahlt. Das ist gut, da man sich schließlich nicht langfristig binden will, weil man schon weiß, dass sich das Nutzungsverhalten ändern wird. Auf lange Sicht ist klar, dass die Rechnungen für beanspruchte Cloud-Dienste steigen. Und man kann sicher sein, dass sie höher sein werden, als man das möchte. Im Augenblick kann man Kosten noch reduzieren, wenn man die Cloud-Ökonomie und die Kostenstrukturen versteht und weiß, wie man sie sich zunutze macht. Dafür müssen sich aber die für den IT-Betrieb Verantwortlichen mit Entwicklern und Fachabteilungen zusammensetzen. Dabei gilt es herauszufinden, wie sie die Cloud heute und in Zukunft nutzen wollen, in der Praxis auszuprobieren, was sich daran verbessern lässt und wie sich Wege in Sackgassen vermeiden lassen, aus denen man dann nur noch mit hohen Kosten wieder herauskommt.

Fazit

Auch wem der Vergleich der Cloud mit einer, Bande von Teenagern, die die Firmen-IT stürmt, gewagt vorkommt, sollte sich daran erinnern, dass er auch mal einer davon war. Und dass wahrscheinlich zur gleichen Zeit die Technologien, die wir heute als selbstverständlich erachten, damals ebenfalls ihre Flegeljahre durchmachten. Es lohnt sich vielleicht einmal daran zurückzudenken, wie man sich damals durchgeschlagen hat. Dann wird es viel einfacher sein, 2012 aus der Cloud das beste für sich zu machen und das was da kommt, mit weniger Befürchtungen auf sich zukommen zu lassen. Und wer abschätzen will, wie zuverlässig die hier gemachten Prognosen sein könnten, dem sei die Überprüfung der Forrester-Prognosen zum Markt für Cloud Computing für das Jahr 2011 empfohlen.

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