Blogger wegen Majestätsbeleidigung in Thailand zu fünf Jahren Haft verurteilt

Der US-Bürger und gebürtige Thailänder ist im Urlaub verhaftet worden. Er hat sich schuldig bekannt. Joe Wichai Commart Gordon hat Auszüge einer nicht autorisierten Biografie des Königs ins Thailändische übersetzt und veröffentlicht.

Ein US-amerikanischer Blogger ist in Thailand wegen Majestätsbeleidigung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte Auszüge einer nicht autorisierten Biografie von König Bhumibol Adulyadej übersetzt und in seinem Blog veröffentlicht, wie die Financial Times (FT) berichtet. Dabei befand er sich allerdings auf dem Boden der USA.

Hochzeitsfoto von König Bhumibol und Königin Sikirit (Bild: Wikimedia Commons).
Hochzeitsfoto von König Bhumibol und Königin Sikirit (Bild: Wikimedia Commons).

Der gebürtige Thailänder und US-Bürger Joe Wichai Commart Gordon war vergangenen Mai während eines Urlaubs in Thailand verhaftet worden. Laut FT wurden ihm Verstöße gegen das Verbot der Majestätsbeleidigung sowie der Computerkriminalität vorgeworfen.

Der Zeitung zufolge ist es das erste Mal, dass ein ausländischer Staatsbürger wegen einer Majestätsbeleidigung belangt wird, die er nicht auf thailändischem Boden begangen hat. Gordon hatte sich im Oktober schuldig bekannt, Auszüge von The King Never Smiles ins Thailändische übersetzt und online gestellt zu haben – einer 2006 erschienenen Biografie, die in dem Land verboten ist. Das dortige Strafgericht hat ihn laut FT zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, von denen die Hälfte auf Bewährung ausgesetzt ist, weil er auf schuldig plädiert hatte.

Ein Sprecher der US-Botschaft in Bangkok, Walter Braunohler, erklärte gegenüber der Zeitung, Washington sei „tief betroffen“ über diese und ähnliche Verurteilungen in jüngster Vergangenheit. Sie stünden „nicht im Einklang mit internationalen Standards der Meinungsfreiheit“. Gleichzeitig betonte Braunohler den Respekt der USA gegenüber dem thailändischen Königshaus.

Vergangenen Monat war demnach ein pensionierter LKW-Fahrer, Ampon Tangnoppaku, zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Er soll mehrere SMS verschickt haben, die angeblich Königin Sirikit beleidigten.

Themenseiten: Gerichtsurteil, Internet, Kommunikation, Politik, Zensur

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Blogger wegen Majestätsbeleidigung in Thailand zu fünf Jahren Haft verurteilt

Kommentar hinzufügen
  • Am 11. Dezember 2011 um 18:56 von Michael Kurzer

    The King Never Smiles
    Na dann hoffe ich doch, daß dieses Buch auch mal ins Deutsche übersetzt wird. Aber bitteschön von jemandem der lieber nach Mallorca reist. Muß schon starker Tobak sein, der diese monarchistischen Ayathollas so in Rage bringt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *