IDC: Windows 8 ist für Nutzer herkömmlicher PCs „weitgehend bedeutungslos“

Nach Ansicht der Marktforscher wird kaum ein PC-Besitzer von Windows 7 umsteigen. Als Hauptgrund nennen sie die Metro-Oberfläche, die auf Touch-Bedienung ausgelegt ist. Doch auch der Erfolg mit Windows-8-Tablets soll zunächst ausbleiben.

Die Marktforscher von IDC haben zum Jahresende tief in ihre Glaskugel geblickt und die Top-10-Vorhersagen für den Systeminfrastruktur-Software-Markt 2012 veröffentlicht. Eine davon lautet: „Windows 8 wird mit zwiespältigem Erfolg starten“, wie Al Gillen, Program Vice President des Bereichs Systemsoftware bei IDC, vorab via Twitter mitteilte. Während die Marktforscher hinsichtlich Windows Server 8 optimistisch sind, sehen sie die Client-Variante skeptisch.

In ihrer Studie „Worldwide System Infrastructure Software 2012 Top 10 Predictions“ nehmen die IDC-Analysten hinsichtlich der Client-Version von Windows 8 kein Blatt vor den Mund. „Windows 8 wird für Nutzer herkömmlicher PCs weitgehend bedeutungslos sein, und wir erwarten bei diesem Formfaktor praktisch keine Upgrade-Aktivität von Windows 7 zu 8“, heißt es darin. Computer mit Windows 8 werden nach Ansicht der Marktforscher spätestens im August 2012 auf den Markt kommen.

IDCs Skepsis in Bezug auf die zu erwartende Marktakzeptanz von Windows 8 kommt nicht aus heiterem Himmel. Andere Branchenbeobachter stellen schon länger die Eignung der Metro-Style-Oberfläche für andere Geräte als Tablets in Frage. Die im September veröffentlichte Entwicklervorschau hatte viele Nutzer an Microsofts Versprechen zweifeln lassen, die Metro-Oberfläche sei mit Maus und Tastatur ebenso gut zu bedienen wie mit Finger oder Stylus. Microsoft-Vertreter haben inzwischen angedeutet, dass es in der für Anfang 2012 geplanten Windows 8 Beta einige Änderungen an der Usability-Front für Anwender geben wird, die Tastatur und Maus bevorzugen.

Ein weiterer Grund dafür, dass IDCs vorsichtige Vorhersage zutreffen könnte, ist, dass viele Firmenkunden derzeit noch beim Umstieg auf Windows 7 sind, oder ihn erst kürzlich abgeschlossen haben. Daher dürften sie kein großes Interesse daran haben, bald wieder eine Migration durchzuführen.

IDC rechnet außerdem damit, dass der von Microsoft erhoffte Erfolg mit Windows-8-Tablets – zumindest 2012 – ausbleiben und der Start „enttäuschend“ verlaufen wird, wie aus der Studie hervorgeht. Microsoft müsse in diesem Bereich noch einige große Herausforderungen überstehen. „Man wird genau beobachten, ob Microsoft fähig ist, eine gelungene Tablet-Erfahrung sowohl auf x86-basierte Tablets als auch auf Geräte mit ARM-Prozessoren zu liefern. Das ist fast ein bisschen viel verlangt. Während die x86-Tablet-Strategie als Übergangslösung für heutige PC-Nutzer sinnvoll ist, sind es die ARM-basierten Geräte, die glänzen und die von Apple hochgesteckte Messlatte erreichen müssen.“

Intel-CEO Paul Otellini setzt große Hoffnungen in Windows 8, bestreitet aber gleichzeitig vehement, dass ARM-Prozessoren eine ernsthafte Bedrohung für sein Unternehmen seien. „Wir sind begeistert von Windows 8. Ich denke, es ist mit das Beste, was unserem Unternehmen jemals passiert ist“, sagte er vergangene Woche auf einer Konferenz von Credit Suisse. Windows 8 sei ein Vorteil für Intel, weil es zwar auch auf ARM-Chips laufen werde, aber nur mit x86-Prozessoren rückwärtskompatibel zu den Legacy-Anwendungen von Windows sei.

Die Metro-Style-Oberfläche könnte dem Erfolg von Windows 8 im Weg stehen (Screenshot: Lance Whitney/CNET).
Die Metro-Style-Oberfläche könnte dem Erfolg von Windows 8 im Weg stehen (Screenshot: Lance Whitney/CNET).

Themenseiten: IDC, Marktforschung, Microsoft, Software, Windows 8

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